Mehrheit der Bürger will Kassenüberschüsse nicht als Prämie
Dienstag, 11. September 2012
Berlin – Trotz der deutlichen Überschüsse der gesetzlichen Krankenkassen will die Mehrheit der Bundesbürger laut einer Umfrage keine Prämien ausgezahlt bekommen. Nur 20 Prozent sprachen sich in einer heute veröffentlichten Erhebung im Auftrag des Bundesverbandes der Betriebskassen (BKKen) für die Barauszahlung der Kassenüberschüsse aus. 74 Prozent würden es vorziehen, das Geld im Gesundheitssystem zu belassen, etwa für Investitionen oder erweiterte Leistungen.
Auch die Praxisgebühr ist für die meisten demnach offenbar kein Thema. Dass aufgrund des überschüssigen Geldes die Praxisgebühr reduziert oder ganz abgeschafft werden sollte, meinen laut Umfrage nur elf Prozent der Befragten. Kantar Health befragte für die repräsentative Studie im Auftrag der BKKen im Juni und Juli rund 4.000 Bundesbürger ab 14 Jahren.
Die Reserven der gesetzlichen Krankenkassen sind im ersten Halbjahr 2012 auf 21,8 Milliarden Euro gestiegen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte die Kassen wiederholt aufgefordert, noch in diesem Jahr ihre Überschüsse in Form von Prämien an die Versicherten auszuzahlen. Zudem wollen Bahr wie auch SPD und Linke die Praxisgebühr von zehn Euro im Quartal abschaffen, was die Union aber ablehnt. © afp/aerzteblatt.de
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