3.199 News Ausland

Ausland

Europa­parlament erhöht Arzneimittel­sicherheit

Dienstag, 11. September 2012

Straßburg – Arzneimittel sollen in der EU künftig besser überwacht und auf Neben­wirkungen überprüft werden. Mit einer entsprechenden Neuregelung reagierte das Europaparlament heute auf den Skandal um das Diabetesmittel Mediator des französischen Pharmakonzerns Servier. Das Medikament, das auch zum Abnehmen diente, soll für den Tod von mindestens 500 Menschen verantwortlich sein.  

Vor dem Präparat Mediator, das zwar nie in Deutschland, aber in mehreren anderen EU-Staaten vertrieben wurde, hatten Experten bereits 1998 gewarnt. 2003 beschloss Servier aus Sicherheitsgründen, keine neuen Genehmigungen für Spanien und Italien zu beantragen. Das Unternehmen nannte zur Begründung aber nicht die Sicherheitsbedenken, sondern schob wirtschaftliche Gründe vor.  

Anzeige

Ein solches Vorgehen soll mit der neuen Richtlinie künftig untersagt werden. Sie verpflichtet eine Firma, die ein Medikament vom Markt nimmt, die wahren Gründe anzugeben. Anschließend werden über die Europäische Arzneimittelagentur in London automatisch alle EU-Staaten informiert. Das gilt auch, wenn ein EU-Staat oder die Kommission in Brüssel die Zulassung eines Medikaments zurücknimmt.  

Verbessert werden sollen außerdem die Beipackzettel für Medikamente. Sie sollen klarer und einfacher formuliert werden. Geplant ist eine sogenannte Faktenbox, die alle wichtigen Informationen, auch über Nebenwirkungen, in einfacher Sprache und mit Illustrationen enthält.  

Auf diese Richtlinie hatten sich das Europaparlament und der Ministerrat, in dem die EU-Staaten vertreten sind, vorab geeinigt. Nach der in Kürze geplanten formellen Zustimmung des Ministerrats müssen die Mitgliedsländer die Neuregelung binnen eines Jahres in nationales Recht umsetzen.  

Ebenfalls geplant sind strengere Vorschriften für Medizinprodukte wie künstliche Kniegelenke oder Brustimplantate. Dazu will die EU-Kommission noch im Herbst Vorschläge vorlegen. Anlass dafür war ein Skandal um hunderttausende gesundheitsgefährdende Brustimplantate der französischen Firma PIP.  afp © afp/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
3.199 News Ausland

Nachrichten zum Thema

17.05.13
EMA gegen ein Verbot von Diane 35
London – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich gegen ein Verbot des Akne-Medikaments Diane 35 und seiner Generika ausgesprochen, die Anwendung soll aber klarer als bisher auf die Akne...
13.05.13
Bonn – Eine erhöhte Rate von Myokardinfarkten in klinischen Studien veranlasst das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Anwendung des Osteoporosemedikaments Protelos...
08.05.13
London – Viele Medikamente enthalten als Hilfsmittel Phthalate oder Parabene. Auch wenn eine Gesundheitsgefährdung nicht erkennbar ist, plant die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) Höchstgrenzen...
07.05.13
Seattle – Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose sollten nicht mit dem Endothelin-Antagonist Ambrisentan behandelt werden. In einer Phase-III-Studie, deren Ergebnisse jetzt in den Annals of...
29.04.13
Antiepileptikum Retigabin verfärbt Haut und Retina
Rockville – Das Antiepileptikum Retigabin kann nach längerer Einnahme zu einer Blaufärbung der Haut führen. Betroffen waren in Postmarketing-Studien vor allem die Lippen und die Nägel. Laut FDA ist...
24.04.13
Bonn – Ärzte und Patienten können sich künftig direkt unter http://nebenwirkung.bfarm.de/ bei der Überwachungsbehörde für Arzneimittel über Arzneimittelrisiken informieren. Das Bundesinstitut für...
18.04.13
Hamm – Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat zwei Broschüren zum Thema Medikamentenabhängigkeit neu aufgelegt. Die Information „Immer mit der Ruhe… Nutzen und Risiken von Schlaf- und...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in