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NSAID: Kardiale Risiken nach Herzinfarkt lange Zeit erhöht

Dienstag, 11. September 2012

Kopenhagen – Die Verordnung von nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID) geht auch 5 Jahre nach einem Herzinfarkt mit einem erhöhen kardialen Risiko einher. Dies geht aus einer landesweiten Kohortenstudie in Circulation (2012, doi:10.1161/­CIRCULATIONAHA­.112.­112607) hervor.

Schon bald nach der weltweiten Rücknahme von Vioxx® (Rofecoxib) im September 2004 wurde klar, dass auch andere NSAID das Herzinfarktrisiko erhöhen, wobei das Ausmaß mit der Selektivität für das Enzym COX-2 zunimmt. Als besonders gefährdet gelten Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten. Das Risiko eines erneuten Myokardschadens ist besonders im ersten Jahr hoch.

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Die American Heart Association rät generell bei kardialen Risikopatienten auf andere Schmerzmittel und Antiphlogistika auszuweichen oder Nicht-COX-2-selektive NSAID wie Naproxen zu bevorzugen. Dieser Ratschlag wurde von Ärzten in Dänemark nicht unbedingt befolgt, wie eine Analyse von Anne-Marie Schjerning Olsen von der Universität in Kopenhagen zeigt. Vielen Patienten werden in den ersten Jahren nach einem Herzinfarkt NSAID verordnet. Ein häufiger Grund dürften die im Alter häufigen Gelenkbeschwerden sein.

Schjerning Olsen hat die Rezeptierungen von NSAID mit erneuten koronaren Ereignissen und Todesfällen abgeglichen. Ergebnis: Im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt geht der Einsatz von NSAID mit einem um 59 Prozent erhöhten Sterberisiko einher. Das Risiko auf einen erneuten Herzinfarkt war um 30 Prozent erhöht gegenüber Patienten, die keine NSAID eingenommen hatten.

Anders als angenommen, nahm das Risiko in den Folgejahren nicht ab. Noch 5 Jahre nach dem Infarkt erhöhte die Einnahme von NSAID das Sterberisiko um 63 Prozent und das Herzinfarktrisiko um 41 Prozent (bei insgesamt zurückgehenden Inzidenzraten von Re-Infarkten, die mit zeitlichem Abstand zum Erstinfarkt seltener werden).

Eine retrospektive Kohortenstudie ist zwar nicht beweisend. Die Ergebnisse fügen sich jedoch zu den bisherigen Erkenntnissen über die kardiovaskulären Risiken von NSAID. Dazu gehört, dass das am wenigsten COX-2-selektive NSAID Naproxen tendenziell die niedrigsten Risiken aufwies. Schjerning Olsen rät den Ärzten insgesamt zur Zurückhaltung von NSAID bei Postinfarktpatienten. © rme/aerzteblatt.de

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