Ärzteschaft

Ärzte und Apotheker verständigen sich auf Notfall-Liste für sterbenskranke Patienten

Donnerstag, 13. September 2012

Münster – Die Apothekerkammer (AKWL) und die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) haben in Abstimmung mit Palliativverbänden eine Notfall-Liste von Medikamenten erarbeitet. Sie soll Palliativärzte und Hausärzte dabei unterstützen, ihre Patienten in kritischen Situationen gut zu versorgen. Diese Arzneimittel auf der Liste sollen in allen 2.165 Apotheken rund um die Uhr verfügbar sein.

„Wir wissen von den in der Palliativversorgung engagierten Ärzten, dass es insbeson­dere in akuten Krisensituationen außerhalb der regulären Öffnungszeiten wichtig ist, schnell an Arzneimittel zu gelangen, die zum Beispiel angstlösend oder schmerzlindernd wirken – wie beispielsweise Midazolam oder Morphine“, erläuterte ÄKWL-Vizepräsident Klaus Reinhardt.

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Es habe in einzelnen Städten und Kreisen bereits Modellvorhaben, in denen Palliativ­mediziner mit Apothekern kooperierten, gegeben. „Dabei geht es auch um Arzneimittel, die selten oder nie in der Apotheke verlangt werden, die im Falle eines Falles aber schnell für den Palliativpatienten verfügbar sein müssen“, sagte AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Die Erfahrungen aus Städten wie Dortmund und Hamm seien in das Projekt für den gesamten Landesteil eingeflossen: „Für uns ist es wichtig, dass wir die von den Palliativärzten geschilderten Schwierigkeiten im Dialog der Heilberufe gelöst haben und jetzt eine verbindliche Notfall-Liste präsentieren können“, so Overwiening.

Das Projekt könne zudem Vorbildcharakter für das ganze Bundesgebiet haben. Denn eine schnelle und gute Versorgung sterbenskranker Patienten sei nicht nur in Münster oder Bielefeld, sondern auch in München und Berlin unerlässlich, erklärte die AKWL-Präsidentin. © hil/aerzteblatt.de

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