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Mehr Verkehrsunfälle unter Antidepressiva und Schlafmitteln

Donnerstag, 13. September 2012

Zhunan – Die Einnahme vieler zentral wirksamer Medikamente setzt die Verkehrs­tüchtigkeit herab. Betroffen sind nach einer Fall-Kontroll-Studie im British Journal of Clinical Pharmacology 2012; doi: 10.1111/j.1365-2125.2012.04410.x) neben den klassischen Benzodiazepinen auch Antidepressiva sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. 


Der Epidemiologe Hui-Ju Tsai vom National Health Research Institutes in Zhunan, Taiwan, hat die Arzneimittelverordnungen von 5.183 Erwachsenen, die wegen eines Verkehrsunfalls medizinisch versorgt wurden, mit der sechsfachen Anzahl von nicht verunglückten Kontrollen verglichen.

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Diese Fall-Kontroll-Studie erlaubt zwar keine Zuordnung der Unfallursache im Einzelfall. Eine häufigere Verordnung von Medikamenten zeigt aber ein erhöhtes Risiko an. Tsai konnte es sowohl für die klassischen Benzodiazepine zeigen, für die eine erhöhte Gefährdung lange bekannt ist, als auch für trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), bei denen der Zusammenhang nicht so klar ist.

Auch die „Z-Substanzen“ Zolpidem, Zolpiclon und Zaleplon, die heute anstelle von Benzodiazepinen als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt werden, waren mit einem erhöhten Unfallrisiko assoziiert. Bei allen Medikamenten spielte es keine Rolle, ob die Ärzte die Mittel für einen Monat, eine Woche oder nur für einen Tag verordnet hatten. Tsai kann sogar eine Dosis-Wirkungsbeziehung nachweisen: Je höher die Medikamente dosiert waren, desto größer war das Risiko auf einen (schweren) Unfall, der eine ärztliche Behandlung erforderlich machte.

Eine bemerkenswerte Ausnahme bildeten die Antipsychotika, die auch bei einer erhöhten Dosierung nicht mit vermehrten Verkehrsunfällen assoziiert waren. Die Fachinformationen raten den Patienten in der Regel von der aktiven Teilnahme vom Straßenverkehr ab. Nach den Ergebnissen von Tsai wird die Gefahr hier möglicherweise überschätzt. Die Studie analysierte die Medikamente allerdings nur gruppenweise und nicht als einzeln. Das Design der Studie kann ein Risiko einzelner Substanzen deshalb nicht ausschließen. © rme/aerzteblatt.de

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