Vermischtes

Hoher Anteil an Senioren ist mangelernährt

Freitag, 14. September 2012

Bonn – Ein hoher Anteil alter Menschen ist mangelernährt. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) gestern in Bonn hingewiesen. Nach einer Studie der Universität Köln seien mehr als 80 Prozent der alten Patienten, die in eine Klinik kommen, entweder akut mangelernährt oder in der Gefahr einer Mangelernährung, sagte der künftige DGG-Präsident Ralf-Joachim Schulz bei einem internationalen Kongress von Altersforschern und Medizinern in der Bundesstadt. Lediglich 17,7 Prozent der durchschnittlich 80 Jahre alten Patienten sei gut ernährt, bei 58,7 Prozent bestehe ein deutliches Risiko für eine Fehlernährung, und 23,6 Prozent seien akut mangelernährt.

Schulz forderte für Risikopatienten nach der Aufnahme in ein Krankenhaus ein einfaches Erhebungsverfahren, das etwa Gewicht und Ernährungsverhalten festhalte. Dazu müsse ein Ernährungsplan erstellt werden.

Anzeige

Der Altersmediziner betonte, dass der Ernährungszustand erhebliche Auswirkungen auf die Gesundung und das Sterberisiko habe. „Ein Tag Hunger bedeutet für einen älteren Patienten, dass er eine Woche braucht, um die verlorene Muskel- und Fettmasse wieder aufzubauen“, sagte der Altersmediziner. Mangelernährte Patienten erholten sich schwerer von Krankheiten und müssten häufig länger in der Klinik bleiben. Deshalb seien die Prüfverfahren auch wirtschaftlich sinnvoll.

Als Gründe für die häufige Fehlernährung nannte der Mediziner, dass ältere Menschen häufig weniger hungrig oder durstig seien. Auch litten sie öfter an Geruchs- oder Geschmacksstörungen sowie an Kau- und Schluckbeschwerden. „Rund die Hälfte der älteren Menschen sind davon betroffen.“ © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

22.07.16
Berlin – Auf die geringe Zahl geriatrischer Rehabilitationen hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen: „Die Zahl der vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung......
20.07.16
Darmkrebs: Omega-3-Fettsäure-­haltige Nachrungsmittel senken Sterblichkeit
Boston – Der Verzehr von Fisch und die damit verbundene Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren könnte die Sterblichkeit von Darmkrebspatienten senken. Zu diesem Schluss kommen Forscher, die zwei......
19.07.16
Berlin will Versorgung Hochbetagter verbessern
Berlin – Die medizinische Versorgung von Patienten ab 80 Jahren verbessern will das Land Berlin. „Bis zum Jahr 2030 erwarten wir einen deutlichen Anstieg hochaltriger Frauen und Männer ab 80 Jahren –......
08.07.16
Braucht Deutschland eine Zucker-Fett-Steuer?
In den europäischen Ländern und auch in Deutschland wird immer lauter über die Einführung einer Fett- und Zuckersteuer nachgedacht. Einige Länder haben sie bereits eingeführt und teilweise auch schon......
07.07.16
EU-Parlament lehnt irreführende Werbesprüche auf Koffein-Energydrinks ab
Straßburg – Das Europaparlament hat sich gegen irreführende Werbesprüche auf koffeinhaltigen Energydrinks ausgesprochen. In einer Entschließung lehnte die EU-Volksvertretung heute in Straßburg Pläne......
01.07.16
Streit um geriatrische Versorgung
Berlin – Wer ist kompetent, hochbetagte Patienten in der Praxis zu betreuen – und darf dafür Gebührenordnungspositionen zur spezialisierten geriatrischen Versorgung abrechnen? Über diese Frage ist ein......
21.06.16
Mangelernährung bei Kindern: Große Defizite trotz eines positiven Trends
Berlin – Mangelernährung ist ein weit verbreitetes und oft noch unterschätztes Problem. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bericht von Save the Children „Mangelernährung beenden – Jedes Kind......

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige