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Nach Dioxin-Skandal EU-weit strengere Futter­mittel-Kontrollen

Freitag, 14. September 2012

Berlin – Als Folge des Skandals um mit Dioxin belastetes Tierfutter treten am Sonntag EU-weit strengere Regeln für Futtermittel in Kraft. Unternehmen, die Futterfette und -öle vertreiben, müssen die Waren künftig regelmäßig auf Dioxine und giftiges PCB untersuchen lassen, wie das Bundesverbraucherschutzministerium heute in Berlin mitteilte. Rohe pflanzliche Öle und daraus hergestellte Futtermittel müssten sogar ausnahmslos untersucht werden. Zudem sollten Produktion und Lagerung von Futter- und Industriefetten streng getrennt werden.  

Hersteller dürfen dem Ministerium zufolge außerdem nur noch dann rohe pflanzliche Öle verarbeiten und Futterfette mischen, wenn sie dafür eine EU-Zulassung haben. Diese Zulassungspflicht „und vor allem die verpflichtenden Untersuchungen auf Dioxine erhöhen die Sicherheit von Futtermitteln und Lebensmitteln und damit auch den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher“, teilte das Ressort von Verbraucher­schutz­ministerin Ilse Aigner (CSU) mit.

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Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die neuen Regelungen als nicht weitreichend genug und daher wirkungslos. „Dioxinskandale lassen sich durch diese Maßnahmen nicht vermeiden, denn sie beziehen sich nur auf Fette – in vielen Fällen gelangen Dioxine aber über andere Zutaten in Futtermittel“, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer von Foodwatch, Matthias Wolfschmidt. Hersteller müssten verpflichtet werden, jede einzelne Futterzutat vor ihrer Weiterverarbeitung chargengenau auf Dioxine und PCB zu testen, forderte die Organisation.

Ende 2010 war bekannt geworden, dass ein Futtermittelunternehmen aus Norddeutschland mit Dioxinen belastete Industriefette für die Herstellung von Futtermitteln verwendet hatte. Belastetes Tierfutter war an Hunderte Bauernhöfe in mehreren Bundesländern verkauft und dort verfüttert worden. Mehr als tausend Betriebe vor allem in Niedersachsen waren aufgrund des Futterskandals vorübergehend geschlossen worden. © afp/aerzteblatt.de

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