5.289 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Honorarstreit: Verhandlungsrunde verschoben

Freitag, 14. September 2012

Berlin – Die für Samstag geplanten Verhandlungen über die Honorare für die niederge­lassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind kurzfristig verschoben worden. Die Ge­spräche zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzen­verband Bund der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sollen am 4. Oktober im Bewertungsausschuss fortgesetzt werden, wie beide Organisationen am Freitag übereinstimmend mitteilten.

Die Gespräche auf Vorstandsebene der letzten Tage hätten gezeigt, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert seien, hieß es. Bevor es zu einer endgültigen Beschluss­fassung über die Honorarerhöhungen für 2013 kommen könne, seien jedoch noch fachliche Vorarbeiten notwendig. Die durch die Verschiebung der geplanten Sitzung gewonnene Zeit solle dafür genutzt werden, erklärte die KBV.

Anzeige

Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände und Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, geht davon aus, dass die Kassen ein verbessertes Angebot vorlegen werden. „Bis zum nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober werden alle Protestmaßnahmen der Ärzteverbände ausgesetzt“, sagte Heinrich.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, zeigte sich nun optimistisch, dass Ärzte und Kassen doch noch zu einem Kompromiss kommen könnten: „Eine Einigung erscheint möglich.“ Es werde an „einer Paketlösung“ gearbeitet. „Allerdings brauchen wir dafür mehr Zeit“, fügte er hinzu.

„Viele Kassen­verantwortliche sind mit ihrem Spitzenverband nicht zufrieden"

Besser ein vernünftiger Honorarkompromiss als Proteste, aber notfalls auch bundesweite Aktionen – diese Auffassung vertritt Klaus Reinhardt, der Vorsitzende des Hartmannbundes. Fünf Fragen an Klaus Reinhardt zum Streit zwischen Ärzteschaft und Kassen um das Honorar für 2013.

Die Ärzte verhandeln seit Wochen mit den Kassen über die Honorare für das kommende Jahr. Nachdem der Erweiterte Bewertungsausschuss per Schlichterspruch entschieden hatte, den Kassenärzten für das Jahr 2013 ein Honorarplus von 270 Millionen Euro einzuräumen, hatte die KBV die Verhandlungen abgebrochen. Sie hatte 3,5 Milliarden Euro gefordert.

Die Ärzte verwiesen auf gestiegene Praxiskosten und einen notwendigen Inflations­ausgleich. Zudem kündigten die Ärzteverbände am Donnerstag nach einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern Streiks für die kommenden Wochen an. © dapd/mis/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
5.289 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

17.06.13
Hamburg – Im Honorarstreit zwischen den Ärzten beziehungsweise Psychotherapeuten und den Krankenkassen in Hamburg ist kein Ende abzusehen. „Die Hamburger Versicherten subventionieren über ihre...
12.06.13
Dortmund – In Westfalen-Lippe tritt die Sicherstellungsrichtlinie vorerst nicht in Kraft. Das haben die Delegierten der Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe...
06.06.13
München – Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns hat die Krankenkassen gestern aufgefordert, so schnell wie möglich eine neue Prüfvereinbarung für Arznei- und...
05.06.13
Dortmund – Die Haltung der Krankenkassen in Westfalen-Lippe bei den aktuellen Honorarverhandlungen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils kritisiert. „Leider zeichnet sich ab, dass...
27.05.13
KBV-Vertreter­versammlung einigt sich auf EBM-Reformen
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geht davon aus, dass mehrere Beschlüsse zur Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) zum 1. Oktober 2013 wirksam werden können, darunter...
27.05.13
Hannover – Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat es heute in Hannover begrüßt, dass sich die Honorare der Haus- und Fachärzte künftig getrennt weiterentwickeln....
27.05.13
Weimar – Ein Plus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung von 6,99 Prozent für das Jahr 2013 hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen unter Vermittlung des Landesschiedsamtes mit den...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 16. September 2012, 18:14

Argumentationshilfe für die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Vielleicht dämmert Johann-Magnus von Stackelberg, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands Bund (Spibu) und Verhandlungsführer Minus 7% beim Orientierungspunktwert als Honorarkürzung gefordert hatte, und seinem Pressesprecher, Florian Lanz, dass die "Spitzbuben", die ihm das Prognos-Gutachten eingebrockt haben, nicht korrekt gerechnet haben. Einzelheiten unter:
http://www.springermedizin.de/schaetzlers-schafott---diesmal-ist-prognos-dran/3187104.html
http://www.springermedizin.de/prognos-gutachten-seltsame-zahlen-tollkuehne-ableitungen/3187080.html
und
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51267#comment17605

Bei meiner Kritik am Prognos-Gutachten des GKV-Spibu hatte ich einen 'Plan B'. Aber es ist niemandem gelungen, meine Argumentation gegen dieses Gutachten von Dr. Ronny Wölbing und Mitarbeitern zu durchbrechen. Im letzten Abschnitt heißt es dort unter dem Titel "Wirtschaftlichkeitsreserven":
"Über den Umfang des medizinisch-technischen Fortschritts können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist jedoch plausibel anzunehmen, dass bspw. die Verbreitung neuer Gerätegenerationen, die Delegation von Leistungen auf medizinische Fachangestellte und moderne Formen des Praxismanagements die Kosten der Leistungserstellung reduzieren helfen. Im Modell lässt sich dies mit einer jährlichen Senkung der Stückkosten abbilden..." Betriebswirtschaftliche Rationalisierungsreserven lägen weiter darin, "dass Gemeinschaftspraxen (GP) geringere Stückkosten aufweisen als Einzelpraxen (EP)..."

Unter der Zwischenüberschrift "Die Zahl der angestellten Ärzte steigt" schlussfolgern die Prognos-Gutachter allen Ernstes mit ihrem Satz "Werden mehr Ärztinnen und Ärzte in den Praxen angestellt und wird das Leistungsvolumen dabei nicht erhöht, steigen die Lohnkosten für die Praxisinhaber und somit die Stückkosten" ebenso fantasielos wie dilettantisch: "Trotzdem darf der Orientierungswert deswegen nicht erhöht werden."

In einfachen Worten ausgedrückt: Neue, Geräte-gestützte diagnostische und therapeutische Verfahren in der Medizin seien per se billiger als Altgeräte bzw. könnten von MFA' s kostengünstig bedient werden? Die Fülle von medizinisch-t e c h n i s c h e n Assistenzberufen ist Prognos offensichtlich entgangen. Und dass wir Humanmediziner auch nicht von "Stückkosten" sondern von 'Patientinnen und Patienten' und unseren Praxisausgaben sprechen, scheint betriebswirtschaftliches Neuland zu sein. Wie sich allerdings h ö h e r e Personalaufwendungen kosten-s e n k e n d in einer betriebswirtschaftlichen Analyse (BWA) und Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) auswirken sollten, bleibt prognostisch ein Prognos-Geheimnis.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Thelber
am Freitag, 14. September 2012, 22:50

Oh - schade ....

ich hätte die Kassenanfragen gerne noch länger liegen lassen ...
Thelber
am Freitag, 14. September 2012, 22:49

och - wieso die Protestaktionen aussetzen ?

Ich würde gerne die Kassenanfragen noch länger liegen lassen ,,,,

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in