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Ausgaben für Heil- und Hilfsmittel steigen weiter an

Dienstag, 18. September 2012

Berlin – Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Heil- und Hilfs­mittel sind von 10,6 im Jahr 2010 auf 11,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr – und damit auf knapp sieben Prozent der gesamten GKV-Ausgaben – angestiegen. Das geht aus dem Barmer GEK Heil- und Hilfsmittelreport 2012 hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Die Kosten für Hilfsmittel stiegen dabei um fünf Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, die Kosten für Heilmittel um sieben Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro.

Nach den Ausgaben für Krankenhäuser, Arzneimittel sowie ärztliche und zahnärztliche Leistungen liegen die Heil- und Hilfsmittel bei den Ausgaben der Barmer GEK auf dem fünften Platz.

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„Wir haben es mit einem Wachstumsmarkt erster Güte zu tun“, kommentierte der stellver­tretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker. „Allerdings sollten Transparenz und medizinische Evidenz mitwachsen.“ Denn trotz einer insgesamt guten Versorgungslage gerate der Einsatz von Heil- und Hilfsmitteln noch oft zum wohlgemeinten therapeutischen Streuschuss.

Eine Fehlversorgung gebe es zum Beispiel bei der Verordnung von Massagen, befand einer der Autoren des Reports, Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Univer­sität Bremen. Denn die Hälfte der Massagen würde bei chronischen Wirbelsäulen­erkrankungen verordnet. „Als alleinige Therapie werden Massagen durch die Leitlinien jedoch nicht empfohlen“, so Glaeske.

Die Ausgaben der Barmer GEK für Heilmittel stiegen im vergangenen Jahr sowohl in den Bereichen Physiotherapie und Ergotherapie als auch bei der Logopädie um vier bis sechs Prozent an. Bei der Podologie sanken sie jedoch um sieben Prozent. Dieser Rückgang sei sehr zu bedauern, meinte Glaeske, da eine podologische Behandlung bei Diabetes sehr hilfreich sein könne.

Im Bereich der Medizinprodukte plädierte Schlenker für eine „elementare Reform der Zulassung und Überprüfung einschließlich einer Nutzenbewertung“. Dass der Bundes­ver­band Medizintechnologie (BVMed) in der vergangenen Woche, trotz des Skandals um fehlerhafte Brustimplantate, erklärt habe, die Zulassung medizinischer Produkte in Deutschland habe sich bewährt, sei verwunderlich.

„Wir fordern ein europäisches Zulassungsverfahren für Medizinprodukte mindestens der Risikoklassen 2b und 3. Wir fordern obligatorische klinische Prüfungen von Medizinprodukten. Und wir fordern eine Nutzenbewertung vor der Zulassung zum Markt analog der frühen Nutzenbewertung neuer Arzneimittel“, sagte Schlenker.

Auf einer Veranstaltung des BVMed hatten in der vergangenen Woche auch die gesundheitspolitischen Sprecher von SPD und Grünen, Karl Lauterbach und Birgitt Bender, eine Nutzenbewertung von Medizinprodukten verlangt. © fos/aerzteblatt.de

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