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Thoraxchirurgen drängen auf wirksamen Nichtraucherschutz

Donnerstag, 20. September 2012

Karlsruhe – Auf die Bedeutung eines wirksamen Schutzes vor Passivrauch hat die Deutsche Gesellschaft für Thorax­chirurgie (DGT) hingewiesen. „Wir gehen davon aus, dass für Nichtraucher die Passivrauchbelastung die maßgebliche Ursache für Lungenkrebs ist“, sagte der Leiter der DGT-Jahrestagung Heribert Ortlieb, Leitender Arzt der Thorax­chirur­gie an der Stadtklinik Baden-Baden.

Jährlich sterben in der Bundesrepublik nach Angaben der Fachgesellschaft etwa 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens, zehn Prozent davon an Lungenkrebs. „Allein 40 Substanzen im Rauch sind kanzerogen“, erklärte Johannes Schildge, Chefarzt der Abteilung Pneumologie an den St. Vincentius-Kliniken in Karlsruhe. Entsprechend stürben hierzulande jährlich genauso viele Menschen an den Folgen des Passiv­rauchens wie im Straßenverkehr.

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Laut der DGT sind fast die Hälfte der Deutschen zu Hause oder am Arbeitsplatz Tabak­rauch ausgesetzt, darunter Kinder, Heranwachsende und Schwangere. Daran habe auch das Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor den Folgen des Passivrauchens von 2004 bislang nicht viel geändert. „Konsequenter Nichtraucherschutz ist insbesondere in der Gastronomie nicht gegeben“, kritisierte Schildge.

Allerdings sei für einen statistisch belegbaren Einfluss auf die Häufigkeit von Krebs der Beobachtungszeitraum der Studien in Deutschland noch zu kurz, räumte er ein. Aber Studien aus Schottland, Italien und den USA zeigten einen Rückgang der Herzinfarktrate nach Inkrafttreten umfangreicher Rauchverbote. „Für Krebs dürfte langfristig das Gleiche gelten, vorausgesetzt, das Rauchverbot wird konsequent durchgesetzt“, hieß es aus der DGT. © hil/aerzteblatt.de

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