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Parkinson: FDA sieht mögliche kardiale Risiken von Pramipexol

Donnerstag, 20. September 2012

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA prüft derzeit, ob der Dopamin-Agonist Pramipexol das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöht. Dafür gibt es Hinweise aus klinischen und epidemiologischen Studien, die allerdings nicht ohne methodische Schwächen sind. Einen Beweis für eine kardiale Schädigung gibt es deshalb nach Einschätzung der FDA derzeit nicht.

Das 1998 in Deutschland eingeführte Pramipexol gehört zu den Dopamin-Agonisten, die zur Behandlung des Morbus Parkinson zugelassen sind, aber auch beim Restless-Legs-Syndrom eingesetzt werden. Hinweise auf eine mögliche kardiale Schädigung wurden zuerst in einer zusammenfassenden Analyse der randomisierten Phase-2 und -3-Studien gefunden: Dort kam es unter der Behandlung mit Mirapex (der Markenname in den USA) bei 12 von 4.157 Patienten zur Herzinsuffizienz im Vergleich zu 4 Erkran­kungen unter 2.820 Patienten im Placebo-Arm.

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Der Unterschied war zwar statistisch nicht signifikant, gab jedoch Anlass zu einer epidemiologischen Studie, deren Ergebnisse Anfang des Jahres veröffentlicht wurden (Pharmacoepidemiol Drug Saf. 2012; 21: 34-41): Eine Fall-Kontroll-Studie auf Basis der United Kingdom General Practice Research Database (GPRD), das die elektronischen Krankenakten britischer Patienten sammelt, ergab, dass die Verordnung von Dopamin-Agonisten mit einer signifikant erhöhten Rate von späteren Diagnosen einer Herzinsuffizienz assoziiert war: Für die Gesamtgruppe der Dopamin-Agonisten wurde eine Risk Ratio von (RR) von 1,58 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,26-1,96) ermittelt. Unter den einzelnen Substanzen gab es einen statistisch signifikanten Zusammenhang für Mirapex (RR 1,86; 1,21-2,85) und Cabergolin (RR 2,07; 1,39-3,07).

Kürzlich wurde eine zweite epidemiologische Studie veröffentlicht (Pharmacol Res. 2012; 65: 358-64). Sie bringt Mirapex ebenfalls mit einer erhöhten Rate von Herzinsuffizienzen in Verbindung (Odds Ratio OR 1,61; 1,09-2,38). Das Risiko war in den ersten drei Monaten der Therapie (OR 3,06; 1,74-5,39) und bei über 80-jährigen Patienten (OR 3,30; 1,62-7,13).

Bei einer längeren Anwendung war das Risiko nicht mehr erhöht, was angesichts der chronischen Natur der Herzinsuffizienz nach Ansicht der FDA unlogisch ist. Die Behörde hält einen diagnostischen Bias für möglich. Es könnte sein, dass die Herzinsuffizienz häufiger diagnostiziert wird, weil es unter der Therapie mit Pramipexol zu peripheren Ödemen kommt, die eine kardiologische Abklärung veranlassen. Auch in anderen Bereichen weisen die epidemiologischen Studien Limitation aus. Die FDA will deshalb weitere Untersuchungen veranlassen. Vorerst sind keine Einschränkungen oder explizite Warnhinweise geplant. © rme/aerzteblatt.de

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