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Weltweit 115 Millionen Demenzkranke bis 2050

Freitag, 21. September 2012

London/Berlin – 36 Millionen Menschen leiden augenblicklich weltweit unter einer Demenz. Im Jahr 2030 werden es 66 Millionen und 2050 rund 115 Millionen sein. Das berichtet die Organisation Alzheimer’s Disease International in ihrem am heutigen Welt-Alzheimertag erschienenen World Alzheimer Report 2012. Danach kostete die Versorgung der Demenzpatienten 2010 weltweit rund 604 Milliarden US-Dollar. Es sei wahrscheinlich, dass die Kosten der Erkrankungen in den kommenden Jahren mit den Erkrankungszahlen stiegen. „Unser Gesundheits- und Finanzsysteme sind für eine solche Epidemie nicht vorbereitet“, schreibt Marc Wortmann, Executive Director von Alzheimer’s Disease International in seinem Vorwort zum Report.

Dieser konzentriert sich in diesem Jahr auf das mit einer Demenz einhergehende Stigma und Konzepte, dieses zu überwinden. Informationsmängel und Vorurteile tragen danach dazu bei, Demenzpatienten und ihre Betreuer zu isolieren. Zum Beispiel meinten viele Menschen, dass Demenzkranke keine Möglichkeiten mehr hätten, sich zu freuen oder in positiver Weise am Leben teilzunehmen.

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  • 5 Kernaussagen des Welt-Alzheimerberichts (Seite 1)

    • 24 Prozent der Demenzpatienten verbergen, dass sie unter Demenz leiden, elf Prozent der Betreuer halten geheim, dass sie mit entsprechenden Patienten zu tun haben – sie fürchten Nachteile am Arbeitsplatz oder Nachteile für die Kinder in der Schule.

  • 5 Kernaussagen des Welt-Alzheimerberichts (Seite 2)

    • 40 Prozent der Demenzkranken berichten, dass sie nicht am Alltagsleben teilnehmen – rund 60 Prozent von diesen Patienten sagen, dass Freunde und Familienangehörige diejenigen sind, die sich mit der höchsten Wahrscheinlichkeit von ihnen abwenden.

  • 5 Kernaussagen des Welt-Alzheimerberichts (Seite 3)

    • Ein Viertel der Betreuer von Demenzpatienten (24 Prozent) spürt in ihrem Land, negative Vorurteile gegenüber ihrer Betreuungsaufgabe, 28 Prozent der Betreuer spüren, dass sie anders behandelt oder abgelehnt werden.
  • 5 Kernaussagen des Welt-Alzheimerberichts (Seite 4)

    • Demenzkranke und Betreuer berichten, dass sie keine engen Beziehungen mehr eingehen können.
  • 5 Kernaussagen des Welt-Alzheimerberichts (Seite 5)

    • Erziehung, Information und Bewusstseinsbildung sind die wichtigsten Maßnahmen um der Stigmatisierung von Demenzkranken entgegenzuwirken.

Das Gegenteil sei jedoch richtig: Demenzkranke und ihre Angehörigen profitierten davon, bei möglichst vielen Gelegenheiten soziale Kontakte zu pflegen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Außerdem sei wichtig, Demenzkranke so lange als möglich in die Entscheidungen einzubeziehen, die sie betreffen, um ihre Würde zu erhalten und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, heißt es in dem World Alzheimer Report 2012.

Dies ist auch ein Anliegen der Bundesärztekammer (BÄK). „Es muss unser Ziel sein, Demenzkranken zu einem möglichst langen selbstbestimmten Leben in der Gesellschaft zu verhelfen. Neben den stationären Einrichtungen sollten daher ambulante Pflege, teilstationäre Angebote und betreute Wohngruppen stärker gefördert und wohnortnah ausgebaut werden“, sagte deren Präsident Frank Ulrich Montgomery.

Ein wichtiger Schritt sei die vom Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium neugegründeten „Allianz für Menschen mit Demenz“, an der auch die BÄK beteiligt sei. Ziel der Allianz ist die Weiterentwicklung von Hilfen und Unterstützung für Betroffene sowie die Förderung von Verständnis und Sensibilität für Demenzerkrankungen, um so gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegenzuwirken. Gleichzeitig sollen Hilfenetzwerke im Lebensumfeld Betroffener entstehen, die als Lokale Allianzen mehr soziale Teilhabe und Hilfestellung ermöglichen.

Neben medikamentöser Therapie kommt der Beratung und Führung der Patienten und ihrer Familien eine zentrale Bedeutung zu. Montgomery kritisierte, dass Demenzkranke und ihre Angehörigen häufig in soziale Isolation gerieten. „Demenzen sind in unserer Gesellschaft weiterhin mit einem Stigma behaftet. Wir müssen die Herausforderungen, vor denen wir in einer Gesellschaft des langen Lebens stehen, jetzt angehen. Dazu gehört auch, dass wir denjenigen höchste Anerkennung zollen, die bei der Pflege Alter und Dementer Schwerstarbeit leisten“, betonte der BÄK-Präsident.

Mehr als jeder zweite Deutsche hat Angst vor einer Demenz. 55,1 Prozent fürchten eine solche Erkrankung und den damit einhergehenden Verlust der Denkfähigkeit, wie eine heute veröffentlichte Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins Senioren Ratgeber ergab. 

Nach Angaben der BÄK sind in Deutschland augenblicklich 1,2 Millionen Menschen wegen einer Demenz auf Hilfe angewiesen. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung werde etwa jeder vierte Deutsche im Laufe seines Lebens Symptome einer Demenz entwickeln. © hil/aerzteblatt.de

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