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Ananas-Enzyme lösen Schorf von Brandwunden

Freitag, 21. September 2012

London – Der festhaftende Schorf in Brandwunden lässt sich mit Enzymen aus der Ananaspflanze ablösen. Nach dem erfolgreichen Abschluss klinischer Studien steht das Präparat eines Herstellers aus Israel in Europa vor der Einführung.

Bromelain, eine 1957 beschriebene Mischung von proteolytischen Enzymen aus dem Stamm und den Früchten der Ananaspflanze, wird derzeit in Apotheken als Natur­heilmittel gegen „Schwellungen und Entzündungen“ nach Operationen oder Verletzungen als Tabletten zur oralen Applikation angeboten. Die Enzyme erzielen aber auch bei einer topischen Anwendung eine Wirkung. Bei Brandwunden löst Bromelain den fest haftenden Wundschorf. Die Ergebnisse klinischer Studie, die der Hersteller MediWound aus Jawne, 30 Kilometer südlich von Tel Aviv, durchgeführt hat, haben jetzt die Europäische Arzneimittelagentur EMA überzeugt.

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NexoBrid so der Name des Präparates, habe die Zeit bis zur erfolgreichen Entfernung des Wundschorfs verkürzt und das Ausmaß des chirurgischen Debridements verringert, heißt es in einer Pressemitteilung zu der positiven Entscheidung des Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP).

Gleichzeitig warnt die EMA, dass eine nicht sachgerechte Weiterbehandlung der Wunde nach dem Debridement die Heilungszeiten verlängern und das Komplikationsrisiko erhöhen könne. Die Enzyme könnten dann gesundes Gewebe angreifen. Der CHMP will den Hersteller deshalb verpflichten, ein Trainingsprogramm und Fortbildungsmaterialien für die Anwender bereitzustellen.

NexoBrid genießt seit 2002 bei der EMA den Status eines Orphan Arzneimittel für seltene Erkrankungen, bei denen der Bedarf an neuen Medikamenten hoch eingestuft wird. Der Orphan-Status ist mit einem vereinfachten und günstigeren Zulassungsverfahren verbunden. Über eine Zulassung wird demnächst die Europäische Kommission befinden, die sich aber in der Regel an die Empfehlungen des CHMP. © rme/aerzteblatt.de

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