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Prostatakarzinom: Androgenrezeptor­blocker verlängert Leben

Donnerstag, 27. September 2012

New York – Für Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistenten Prostata­karzinom (CRPC) gibt es demnächst eine neue Behandlungsoption. Der Androgen­rezeptorblocker Enzalutamid hat in einer randomisierten klinischen Studie die Überle­bens­zeit von Patienten, bei denen es unter Docetaxel zum Fortschreiten des Tumors kam, um mehrere Monate verlängert. Die Ergebnisse der jetzt im New England Journal of Medicine publizierten Studie (2012; 367: 1187-1197) haben in den USA bereits zur Zulassung geführt. Für Europa wird sie erwartet. In Deutschland ist das Medikament im Rahmen eines Arzneimittel-Härtefallprogramms erhältlich.

Enzalutamid bindet stärker am Androgenrezeptor als die eingeführten Antiandrogene Flutamid, Nilutamid und Bicalutamid. Diese erzielen beim CRPC nur eine begrenzte Wirkung, obwohl der Androgenrezeptor als die eigentliche Triebfeder des Tumor­wachstums angesehen wird. Enzalutamid erzielt auch deshalb eine bessere Wirkung als die Antiandrogene der ersten Generation, weil es zusätzlich die Translokation des Rezeptors in den Zellkern und dort die DNA-Bindung hemmt.

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Der Wirkstoff wurde mit Vorschusslorbeeren bedacht, und er sollte die Erwartungen in der AFFIRM-Studie nicht enttäuschen. AFFIRM steht für „A Study Evaluating the Efficacy and Safety of the Investigational Drug MDV3100“. Die Studie schloss an 156 Zentren in 15 Ländern 1.159 Patienten mit CRPC ein. Bei allen war es unter einer Chemotherapie mit Docetaxel zu einem erneuten Tumorprogress gekommen (PSA-Anstieg und/oder radiologische Tumorvergrößerung).

In der Studie wurden die Patienten im Verhältnis von 2 zu 1 auf eine Behandlung mit Enzalutamid oder Placebo randomisiert. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Die Studie wurde im November 2011 nach einer Zwischenanalyse abgebrochen, als 520 Patienten verstorben waren. Zu diesem Zeitpunkt war ein signifikanter Vorteil für Enzalutamid eindeutig erkennbar.

Wie Howard Scher vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York und Mitarbeiter berichten, verlängerte Enzalutamid die mittlere Überlebenszeit von 13,6 Monate im Placebo-Arm auf 18,4 Monate. Enzalutamid zeigte auch in allen sekundären Endpunkten Vorteile, so dass an der Wirksamkeit keine Zweifel bestehen.

Die Toxizität des oral verfügbaren Wirkstoffs dürfte für viele Patienten akzeptabel sein, auch wenn die FDA anlässlich der Zulassung Ende August eine längere Liste von Nebenwirkungen nennt: Am häufigsten sind laut der Studie Fatigue, Diarrhoe, Hitzewallungen, Schmerzen im Bewegungsapparat und Kopfschmerzen.

Wichtig war der FDA der Hinweis auf Krampfanfälle. Sie traten in der Studie bei weniger als 1 Prozent der Patienten auf. Die Studie hatte allerdings Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte ausgeschlossen. Auch andere Hirnerkrankungen waren nicht erlaubt.

Der Hersteller hat bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung beantragt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Anfang August die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom ohne alternative Behandlungsmöglichkeit im Rahmen eines Compassionate Use-Programms erlaubt. © rme/aerzteblatt.de

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Hanna.Langenberger
am Samstag, 20. Oktober 2012, 19:55

neue Hoffnung für Patienten mit Tumorprogress unter Docetaxel

Die Ergebnisse zu der neuen Substanz Enzalutamid habe ich mit interesse gelesen. Eine Hoffnung für progrediente Patienten unter Docetaxel? Ich hoffe, dass viele Kollegen hierzulande die neue Möglichkeit in ihr Therapieregimen aufnehmen um aufschlussreiche Daten zu gewinnen in Bezug auf Effektivität und Verträglichkeit .

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