Wiesbaden – Das Statistische Bundesamt hat heute erstmals den neuen Orientierungswert zur Kostenentwicklung in deutschen Krankenhäusern veröffentlicht. Er beträgt für den Zeitraum des zweiten Halbjahrs 2011 und des ersten Halbjahres 2012 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 2,0 Prozent.
Hintergrund: Ab 2013 ist für die Anpassung der Landesbasisfallwerte – die Basis für die Preise für Krankenhausleistungen – nicht mehr die Grundlohnrate relevant, sondern die tatsächliche Kostenentwicklung in den Krankenhäusern (Personalkosten, Sachkosten, Energiekosten). Jedoch gilt der Orientierungswert nicht eins zu eins. Vielmehr ist eine Selbstverwaltungslösung mit Verhandlungskorridor geplant: Die Grundlohnrate ist die untere Grenze, der Orientierungswert die obere. Einigen sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband nicht, wird die Bundesschiedsstelle angerufen.
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Da der jetzt berechnete Orientierungswertes (2,0 Prozent) unterhalb der jüngst vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Grundlohnrate (2,03 Prozent) liegt, erübrigen sich jedoch die Verhandlungen zwischen den Krankenhäusern und den Kassen. Die Krankenhauspreise dürfen somit nächstes Jahr um maximal 2,03 Prozent steigen. Die entscheidenden Preisverhandlungen für 2013 finden auf Landesebene statt (je Bundesland ein Landesbasisfallwert).
„Der vom statistischen Bundesamt ermittelte Orientierungswert für die Kosten der Krankenhäuser ist mit 2,0 Prozent weit weg von der tatsächlichen Kostenbelastung, die die Krankenhäuser aktuell und im nächsten Jahr haben werden“, kommentierte der Präsident der Deutschen Krankehausgesellschaft, Alfred Dänzer. Hier zeige sich die Schwäche des Konzeptes: „Der Wert ist vergangenheitsbezogen.“ Dessen Erfassungszeitraum ende genau dort, wo die massive Kostenbelastung der Krankenhäuser aktuell begonnen habe. Dänzer: „2,0 Prozent decken nicht einmal die Inflationsrate ab.“
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