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Transplantations­medizin am Münchner Klinikum wird neu organisiert

Sonntag, 7. Oktober 2012

München – Nach dem Transplanta­tions­skandal am Klinikum rechts der Isar in München wird der Klinikbetrieb umstruk­turiert. Diese Konsequenz teilte am Samstagabend Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) als Aufsichts­ratsvorsitzender nach einer Sonder­sitzung des Kontrollgremiums mit. Dem­nach wird die Transplantations­medizin aus der Klinik herausgelöst. Stattdessen solle ein selbstständiges Zentrum für Transplantationsmedizin eingerichtet werden. „Rechts der Isar“ ist das Uni-Klinikum der TU München. Patientenschützer forderten am Sonntag eine Schließung des Transplanta­tionszentrums.

An dem Münchner Haus sollen Mediziner Diagnosedaten gefälscht haben, um Patienten zu einer Lebertransplantation zu verhelfen. Damit wäre in Bayern nach dem Transplan­tationszentrum in Regensburg ein zweites Universitätskrankenhaus vom Skandal um manipulierte Organspenden betroffen.

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Heubisch betonte: „Der Aufsichtsrat behält sich weitere Schritte abhängig von den Ergebnissen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sowie der Prüfungskommission der Bundesärztekammer vor.“ Der Aufsichtsrat habe „organisatorische und kommunikative Defizite im Bereich der Lebertransplantation am Klinikum rechts der Isar festgestellt“.

Kritik von Hospizstiftung
Als nicht ausreichend kritisierte der Vorstand der Deutschen Hospizstiftung, Eugen Brysch, die von Heubisch verkündeten Maßnahmen. „Besser wäre es jetzt gewesen, wenn die Landesregierung dieses Zentrum geschlossen hätte“, sagte Brysch laut Mitteilung. In Deutschland gebe es mittlerweile zu viele Transplantationszentren. Dies fördere Missbrauch und Manipulationen. „Konkurrenzkampf darf im deutschen Transplantationssystem keine Rolle spielen“, sagte Brysch.

Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor berichtet, dass ein Abteilungsleiter am Klinikum rechts der Isar offenbar seit mehr als zwei Jahren von kriminellen Machenschaften im Zusammenhang mit einer Lebertransplantation wusste, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen. Wie eine Kliniksprecherin bestätigte, hatte der Arzt ein Gedächtnisprotokoll, das eine Organschieberei im Jahr 2010 entlarvt, unter Verschluss gehalten.

Einem Bericht des Magazins Der Spiegel“ zufolge ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München I gegen vier Chirurgen vom Klinikum rechts der Isar. Demnach dreht es sich um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. Dem Bericht zufolge geht es um einen Patienten, der im vergangenen Sommer während einer Lebertransplantation auf dem Operationstisch starb. Jetzt solle geprüft werden, ob die behandelnden Ärzte möglicherweise eine Herzschwäche des Patienten übersehen hatten.

Ministerium will alle Kliniken kontrollieren
Das Wissenschaftsministerium in München bestätigte am Wochenende außerdem, dass noch im Oktober eine bereits im Sommer beschlossene Inspektion aller Transplanta­tionszentren in Bayern beginnen wird. Die Kontrolle soll nach einem Bericht des Maga­zins Focus von dem Wiener Chirurgen Ferdinand Mühlbacher geleitet werden. Er sagte dem Magazin, es sei fraglich, warum „eine Stadt wie München“ zwei Transplanta­tionszentren benötige.

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sagte heute, dass derzeit keine neuen Verdachtsfälle im Organspendeskandal vorliegen. „Wir haben alle Zentren abgefragt, derzeit - ich möchte ausdrücklich sagen - derzeit, sind keine neuen Erkenntnisse bekannt", sagte Heubisch dem Bayerischen Rundfunk (BR).

Die Bayerische Landesärztekammer plädierte dafür, eine Reduzierung der Zahl der Transplantationszentren in Deutschland und in Bayern zu prüfen. Möglich sei etwa, dass es im Freistaat künftig nur noch fünf statt sieben geben werde, sagte Kammerpräsident Max Kaplan. Dadurch könne die Kontrolle des Transplantationssystems effizienter gestaltet werden. Kaplan kündigte an, dass die Kammer Verfehlungen von Ärzten konsequent ahnden werde. Bei schwerwiegenden Vergehen drohe der Entzug der Approbation.

Angesichts der immer neuen Manipulationsfälle besteht die CSU auf einer umfassenden Neuregelung der Organspende. Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) forderte nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau in einem Brief an Gesundheits­minister Daniel Bahr (FDP) eine staatliche Aufsicht über die Organisation von Organ­spenden und eine staatliche Beteiligung bei der Festlegung der Richtlinien für die Organvergabe. © dapd/aerzteblatt.de

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hmhdoc
am Montag, 8. Oktober 2012, 09:40

Äußerst perfide

Hinsichtlich der Tatsachen, die nach außen dringen,Mehlen mir hinsichtlich des Verhaltens der beteiligten Internisten, Gastroenterologe- und Hepatologen und Chirurgen schlichwegndie Worte. Gibe es ueberhauptneine abgemessene Bestrafung einer solchen Vorgehensweise, die zudem der Universitaetsmedizin und dem ärztlichen Stand milde ausgedrückt den Dolchstossnversetzen kann ?

Prof. dr. Moeller - Hartmann, Internist und Gastroenterologe, Psychoanalytiker, Bad Oeynhausen

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