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Methadon senkt HIV-Übertragungs­risiko

Montag, 8. Oktober 2012

Bristol – Ein wichtiger Nebeneffekt der oralen Substitution mit Methadon oder Buprenorphin könnte die Vermeidung von HIV-Infektionen der Drogenabhängigen sein. Eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345: e5945) kommt zu dem Ergebnis, dass die Rate der Neuinfektionen halbiert werden könnte.

Etwa 5 bis 10 Prozent aller HIV-Infizierten sind intravenöse Drogenkonsumente. Sie stecken sich nicht nur über das Injektionsbesteck (Needle Sharing) an. Viele Drogensüchtige haben ungeschützte Sexualkontakte mit wechselnden Partnern. Eine Opiatsubstitution könnte beide Übertragungswege durchbrechen, da die Opiate unter ärztlicher Kontrolle oral eingenommen werden und die Substitution die Notwendigkeit zur Beschaffungsprostitution überflüssig macht.

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Trotz dieser Argumente war die Evidenz für eine HIV-Protektion durch die orale Opiatsubstitution bislang unsicher. Noch im letzten Jahr kam ein Cochrane-Review zu dem Ergebnis, dass sich eine Wirksamkeit nicht sicher belegen lasse. Dem widerspricht jetzt die Gruppe um Matthew Hickman von der Universität Bristol, die für ihre Meta-Analyse auf neun Studien zurückgreifen konnte.

Sie hatten vor allem Männern im Alter von 26 bis 39 Jahren beobachtet. In 23.608 Personenjahren kam es zu 819 Neuinfektionen. Laut den Berechnungen von Hickman war die Rate der Neuinfektionen bei den Abhängigen, die an einer oralen Opiatsubstitution teilnahmen, zu 54 Prozent niedriger als in den Vergleichsgruppen. Die Rate Ratio von 0,46 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,32 bis 0,67 signifikant.

Diese Zahl ist nach Ansicht von Hickman jedoch nur eine grobe Schätzung. Ob die Drogenabhängigen vor einer HIV-Infektion bewahrt werden, hänge unter anderem davon ab, ob sie neben den oralen Opiaten noch weiter Heroin konsumieren oder nicht. Die Kontrollen dürften hier von Land zu Land verschieden sein. Wie schnell sich das HI-Virus unter Drogenabhängigen ausbreiten kann, zeigen Berichte über lokale Epidemien, über die in den letzten Jahren aus Griechenland, Rumänien, Thailand oder Russland berichtet wurde. © rme/aerzteblatt.de

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