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Frühgeborenenanämie: Frische Bluttransfusionen ohne Vorteile

Montag, 8. Oktober 2012

Ottawa – Viele Neonatologen bevorzugen zur Behandlung der Frühgeborenenanämie Erythrozytenkonzentrate, die nicht älter als eine Woche sind. Ein Vorteil war in einer großen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 1443-1451) jedoch nicht erkennbar. Die Studie wurde auch auf der Jahrestagung der AABB (früher American Association of Blood Banks) in Boston vorgestellt.

Erythrozytenkonzentrate sind heute für 35 bis 42 Tage lang haltbar. Trotz optimaler Lagerung kommt es in dieser Zeit zu Veränderungen in der Membran der Erythrozyten, die deren Flexibilität herabsetzen. Aus diesem Grund fordern viele Neonatologen frische Erythrozytenkonzentrate an. An sechs kanadischen Intensivstationen für Neugeborene wurde jetzt in einer randomisierten Doppelblindstudie untersucht, ob das Alter der Erythrozytenkonzentrate tatsächlich einen Einfluss auf die Prognose der Frühgeborenen hat.

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Dean Fergusson vom Ottawa Hospital Research Institute und Mitarbeiter berichten über 377 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm. Das Alter der Erythrozytenkonzentrate betrug durchschnittlich 5,1 oder 14,6 Tage. Primärer Endpunkt der Studie war der Tod des Kindes oder eine schwere Komplikation wie nekrotisierende Enterocolitis, Frühgeborenenretinopathie, eine bronchopulmonale Dysplasie oder eine intraventrikuläre Blutung.

Wie Fergusson berichtet, trat der Endpunkt in beiden Gruppen gleich häufig bei etwa 53 Prozent der Frühgeborenen auf. Auch die Rate der Infektionen war in beiden Gruppen mit 77 Prozent gleich, und es traten die gleichen Krankheitserreger auf. Auch bei den Komplikationen der Infektionen wie Pneumonie, Meningitis oder Osteomyelitis konnte Fergusson keine Unterschiede feststellen.

Neugeborene, die die Standard-Erythrozytenkonzentrate erhalten hatten, konnten sogar etwas früher aus der neonatalen Intensivstation entlassen werden (77 versus 84 Tage), der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant. Laut Fergusson sind generell keine Nachteile zu befürchten, wenn die Blutbanken den neonatologischen Intensivstationen keine frischen Erythrozytenkonzentraten zur Verfügung stellen können. © rme/aerzteblatt.de

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