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Mehr Sport für Kinder fordern Orthopäden und Unfallchirurgen

Freitag, 12. Oktober 2012

Berlin – Kinder sollten mehr Sport treiben. Das fordern die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). Hintergrund ist, dass etwa 15 bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland übergewichtig und rund sechs Prozent sogar adipös seien.

„Heute sitzen Kinder täglich etwa 1,5 Stunden vor dem Fernseher – die Nutzung von Spielekonsolen und PC nicht mit eingerechnet“, sagte Bernd Kladny, Präsident der DGOOC. Motorische Defizite nähmen hierdurch erheblich zu. Etwa ein Viertel aller Kindergartenkinder könnten daher weder einen Purzelbaum schlagen noch auf einem Bein hüpfen, so der Chefarzt der Fachklinik Herzogenaurach, Abteilung Orthopädie und Traumatologie. Bei der Einschulung zeigten sogar bis zu drei Viertel aller Kinder grobmotorische Auffälligkeiten.

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Die Verbände wiesen auf Daten zur Kinder- und Jugendgesundheit im Rahmen der KiGGS-Studie des Robert Koch-Institutes hin. Danach bewegen sich nur rund 14 Prozent der Kinder dreimal die Woche. „Bewegen sich Kinder zu wenig, kann die Knochensubstanz nicht ausreichend aufgebaut werden. Von dieser zehren wir ab dem 20. bis 25. Lebensjahr ein Leben lang“, erklärte Kladny.

Die Experten der DGOOC, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und des BVOU fordern daher flächendeckende Präventionsprojekte, die bereits in Kindergärten und Schulen umgesetzt werden. „Das Problem `Sitzen statt Schwitzen´ kann nur bekämpft werden, indem der Schulsport wieder ausgebaut wird und spielerisch zur Erziehung zur lebenslangen Gesundheit beiträgt“, sagte der Präsident des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie 2012, Wolfram Mittelmeier. © hil/aerzteblatt.de

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