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HPV-Impfstoff soll Präkanzerose bekämpfen

Freitag, 12. Oktober 2012

Blue Bell/Pennsylvania – Ein US-Hersteller hat einen therapeutischen Impfstoff entwickelt, der Präkanzerosen des Zervixkarzinoms beseitigen soll. Eine erste klinische Studie in Science Translational Medicine (2012; 155: 155ra138) liefert vielversprechende Ergebnisse.

Die beiden zugelassenen Impfstoffe Cervarix und Gardasil erzielen ihre Schutzwirkung nur, wenn es noch nicht zu einer Infektion der Zervix mit onkogenen Varianten des humanen Papillomavirus (HPV) gekommen ist. Der experimentelle Impfstoff VGX-3100 des US-Herstellers Inovio Pharmaceuticals aus Blue Bell in Pennsylvania wurde dagegen für Frauen entwickelt, bei denen bei einer Vorsorgeuntersuchung bereits eine zervikale Dysplasie diagnostiziert wurde.

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Die Impfung mit VGX-3100 erfolgt wie bei Cervarix und Gardasil an drei Terminen durch Injektion in einen Muskel. Es ist jedoch eine besondere Injektionsnadel erforderlich. Denn VGX-3100 ist kein konventioneller Impfstoff, der dem Immunsystem eines oder mehrere Antigene präsentiert. Es handelt sich vielmehr um ein Plasmid, das die Erbinformation für die Antigene der HP-Viren enthält.

Die Antigene sollen von den Muskelzellen produziert werden. Dafür muss das Plasmid jedoch in die Zelle eindringen. Dies gelingt nur, wenn die Durchlässigkeit der Zellmembran für kurze Zeit erhöht wird. Das ist mittels eines Stromstoßes möglich. Das Verfahren heißt Elektroporation. Inovio musste für den Impfstoff VGX-3100 deshalb spezielle Injektionsnadeln zur In-vivo-Elektroporation entwickeln.

An der Universität von Pennsylvania in Philadelphia wurde die therapeutische Vakzine jetzt erstmals an 18 Frauen getestet, bei denen es nach einer HPV-Infektion zu CIN2/3-Läsionen der Zervix gekommen war. Die Phase-I-Studie sollte in erste Linie die Verträglichkeit und Sicherheit des Impfstoffs untersuchen. Schwere Komplikationen sind nicht aufgetreten, und auch die Injektionen wurden trotz In-vivo-Elektroporation offenbar gut vertragen.

Laut Hersteller kam es bei allen 18 Patientinnen zu einer Immunreaktion auf mindestens zwei von vier Antigenen, deren Produktion der Impfstoff im Körper anregt. Bei 14 Frauen wurde auch eine T-Zellantwort festgestellt. Diese „Killer-Zellen“ bildeten die Proteine Granzyme B und Perforin, die infizierte Zellen angreifen und vernichten können. Ob dies in der Zervixschleimhaut tatsächlich zu einem Rückgang der CIN2/3-Läsionen führt, wird derzeit in einer Phase-II-Studie an 148 Patientinnen mit zervikale Dysplasie untersucht.

Die Erfahrungen mit therapeutischen Vakzinen bei anderen Erkrankungen waren bisher nicht immer erfolgreich. Einziger in den USA zugelassener Impfstoff ist Provenge, der bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom die Überlebenszeit in der maßgeblichen Studie um 4,5 Monate verlängert hat. © rme/aerzteblatt.de

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