Politik

Elektronische Gesundheitskarte: „Akzeptanz kommt von Nutzen!“

Sonntag, 14. Oktober 2012

München – Ärzte und Patienten werden die elektronische Gesundheitskarte nur dann akzeptieren, wenn es gelingt, sinnvolle telemedizinische Anwendungen einzuführen. Davon zumindest ist der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Franz-Joseph Bartmann, überzeugt. „Akzeptanz kommt von Nutzen. Und diesen Nutzen müssen wir nachweisen“, sagte er gestern auf dem 11. Europäischen Gesundheitskongress in München.

Aus Sicht Bartmanns, der auch Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundes­ärztekammer ist, gibt es einen „riesigen Bedarf an Telemedizin“, den nur noch nicht alle erkannt hätten. „Letztlich geht es darum, den Ärzten verfügbar zu machen, was für ihre Arbeit erforderlich ist.“ Derzeit müssten sich Ärzte noch um vieles kümmern, was im Vorfeld einer Behandlung längst telemedizinisch hätte abgeklärt werden können.

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Das „schwierige Projekt“ elektronische Gesundheitskarte hat nach Einschätzung von Arno Elmer, Hauptgeschäftsführer der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik), inzwischen einen „deutlichen Schritt nach vorn gemacht“. Wenn telemedizinische Anwendungen einen Mehrwert für Patienten und Ärzte schafften, werde auch die Karte schnell akzeptiert, unterstrich er. Entscheidend sei zunächst, das Gesundheitswesen zu vernetzen und eine gemeinsame Plattform zu etablieren. Er sieht die gematik, die gerade „die Datenautobahnen für das Gesundheitswesen baut“, auf einem guten Weg dorthin. „Spätestens im nächsten Jahr“, versprach Elmer, „wird eine von allen genutzte Infrastruktur stehen.“

Telemedizin funktioniere nicht ohne eine vernünftige Basisstruktur, bekräftigte Stefan Holzapfel, Manager Telematik bei der Deutschen Telekom. „Wir brauchen sektoren­übergreifende Strukturen.“ Dadurch komme der wirkliche Nutzen von Anwendungen wie Telekonsultation, Teleradiologie oder Telemonitoring erst richtig zum Tragen. Was momentan geplant sei, gehe zwar in die richtige Richtung. Doch mit Blick auf die Erweiterungen der Anwendungen in ein paar Jahren müsse noch viel getan werden.

Rainer Bernnat, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Booz & Company, sieht seine Erwartungen nach dem „Reset“ des Projekts im Jahr 2009 noch nicht erfüllt. Bisher jedenfalls sei es nicht gelungen, „Deutschland international als Innovationsmotor im Informatikbereich zu positionieren“, sagte Bernnat, der das Projekt elektronische Gesundheitskarte seit 17 Jahren begleitet.

Ideal wäre aus seiner Sicht, wenn der Staat die Aufgabe übernähme, zunächst die Infrastruktur aufzubauen. Danach würde er es Industrie, Verbänden und den anderen im Gesundheitswesen Beteiligten überlassen, im Wettbewerb Lösungen für telemedizinische Anwendungen anzubieten. © sg/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Dienstag, 16. Oktober 2012, 14:55

die elektronische Gesundheitskarte ist nicht Telemedizin


Franz Joseph Bartmann blockiert in uneinsichtiger Weise den Fortschritt.
Warum bewirbt er nicht gleich Lochkarten statt Gesundheitskarten? Dieses unnötige Platikteil ist veraltet, veraltet und noch einmal veraltet.
Das an sich wäre aber nicht das Schlimmste.

Die ersten ausgegebenen e-Card Exemplare zeigen Fehler en masse. Datenfelder sind falsch belegt, Patientennummer anders als auf den bisherigen Chipkarten. Systmabstürze beim Einlesen der Karte oder Fehlermeldungen "Karte nicht angenommen" sprechen zudem von gefährlichen oder gar illegalen Fehlbelegungen einzelner Karten.

Zur Technik selbst. Kein Mensch mit IT-Ambtionen käme doch von sich aus auf die Idee, Daten auf einen Mikro-Chip in des Wortes wortwörtlicher Bedeutung - mikro - zu speichern. Jeder Notarzt griffe sich an den Kopf, sollte er angeblich lebensnotwendige Daten auf der e-Card suchen - ganz abgesehen davon, daß im Notarztwagen allenfalls Geräte zum Kartenerfassen, aber nicht zum Auslesen vorhanden sind. MRT-Befunde werden längst per CD weitergegeben. Für Briefe und Dokumente werden verschlüsselte DSL-Verbindungen genutzt. Es gibt Intranets und Foren, in denen man online komunizieren kann.

Wozu also die e-Card?

Immer noch er erste erkennbare Grund ist der, einem Sektor der IT-Branche ein paar hundert Millionen Euro zukommen zu lassen. Es ist und bleibt ein Geschäft, und die e-Card wurde ja nachweislich auch nicht vom Gesundheitsministerium, sondern aus der Allianz des Wirtschafts- mit dem Innenministerium erfunden.

Innenministerium?

Nicht nur die Damen und Herren mit den schwarzen Sonnenbrillen geht es.
Es gibt immer viel zu viele Nutznießer und Mitleser, die sich nur allzu gern der e-Card als des Schlüssels zu peripheren Computern bedienen möchten, angefangen bei der AOK über den Verfassungsschutz und die Polizei bis hin zur Pharmaindustrie.

Die Karte an sich ist technisch wertlos, allenfalls daß sie einen gewissen historischen Wert hat. Wertvoll sind die Daten auf den an sich garnichgt unsicheren Systemen in den Praxen und Krankenhäusern, in die aber die Interessenten keinen Zugang haben - es sei denn, sie bedienen sich illegaler Mittel. In Rastatt sind gerade gesichterte Daten eines Krankenhauses verschwunden. Es waren das Tapes. Ich glpaube nicht daran, daß diese Bänder aus Versehen in den Müll gekommen sind oder von Dieben entwendet wurden, die nichts damit anfangen wird können, weil man Geräte braucht um die Daten zu entziffern. Wenn das Klinikum Mittelbaden seinen Besitzer wechseln sollte, sind die Daten bares Geld wert. Die e-Card wäre ein legalisierter Eintritt in die Intimsphäre unseres auf Intimität bemühten Berufs, und ein Klau von Daten, wie in Rastatt vermutlich geschehen, wäre gharnicht notwendig.

So, und noch einmal zu Herrn Franz Joseph Bartmann.
Dieser Gematik & Telekom-Beauftragte der Bundesärztekammer ignoriert seit Jahren Beschlüsse der Bundesärztekammer und verdient nach wie vor Geld mit seiner Arbeit für den Ritt auf einem toten Gaul. Das ist nicht akzeptabel.
Akzeptanz kommt nicht nur von Nutzen!
Akzeptanz entsteht durch Vertrauen. Einem Standesvertreter, der seinen Stand aufgehört hat zu vertreten, kann man nicht vertrauen.

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
kairoprax
am Dienstag, 16. Oktober 2012, 14:53

die elektronische Gesundheitskarte ist nicht Telemedizin


Franz Joseph Bartmann blockiert in uneinsichtiger Weise den Fortschritt.
Warum bewirbt er nicht gleich Lochkarten statt Gesundheitskarten? Dieses unnötige Platikteil ist veraltet, veraltet und noch einmal veraltet.
Das an sich wäre aber nicht das Schlimmste.

Die ersten ausgegebenen e-Card Exemplare zeigen Fehler en masse. Datenfelder sind falsch belegt, Patientennummer anders als auf den bisherigen Chipkarten. Systmabstürze beim Einlesen der Karte oder Fehlermeldungen "Karte nicht angenommen" sprechen zudem von gefährlichen oder gar illegalen Fehlbelegungen einzelner Karten.

Zur Technik selbst. Kein Mensch mit IT-Ambtionen käme doch von sich aus auf die Idee, Daten auf einen Mikro-Chip in des Wortes wortwörtlicher Bedeutung - mikro - zu speichern. Jeder Notarzt griffe sich an den Kopf, sollte er angeblich lebensnotwendige Daten auf der e-Card suchen - ganz abgesehen davon, daß im Notarztwagen allenfalls Geräte zum Kartenerfassen, aber nicht zum Auslesen vorhanden sind. MRT-Befunde werden längst per CD weitergegeben. Für Briefe und Dokumente werden verschlüsselte DSL-Verbindungen genutzt. Es gibt Intranets und Foren, in denen man online komunizieren kann.

Wozu also die e-Card?

Immer noch er erste erkennbare Grund ist der, einem Sektor der IT-Branche ein paar hundert Millionen Euro zukommen zu lassen. Es ist und bleibt ein Geschäft, und die e-Card wurde ja nachweislich auch nicht vom Gesundheitsministerium, sondern aus der Allianz des Wirtschafts- mit dem Innenministerium erfunden.

Innenministerium?

Nicht nur die Damen und Herren mit den schwarzen Sonnenbrillen geht es.
Es gibt immer viel zu viele Nutznießer und Mitleser, die sich nur allzu gern der e-Card als des Schlüssels zu peripheren Computern bedienen möchten, angefangen bei der AOK über den Verfassungsschutz und die Polizei bis hin zur Pharmaindustrie.

Die Karte an sich ist technisch wertlos, allenfalls daß sie einen gewissen historischen Wert hat. Wertvoll sind die Daten auf den an sich garnichgt unsicheren Systemen in den Praxen und Krankenhäusern, in die aber die Interessenten keinen Zugang haben - es sei denn, sie bedienen sich illegaler Mittel. In Rastatt sind gerade gesichterte Daten eines Krankenhauses verschwunden. Es waren das Tapes. Ich glpaube nicht daran, daß diese Bänder aus Versehen in den Müll gekommen sind oder von Dieben entwendet wurden, die nichts damit anfangen wird können, weil man Geräte braucht um die Daten zu entziffern. Wenn das Klinikum Mittelbaden seinen Besitzer wechseln sollte, sind die Daten bares Geld wert. Die e-Card wäre ein legalisierter Eintritt in die Intimsphäre unseres auf Intimität bemühten Berufs, und ein Klau von Daten, wie in Rastatt vermutlich geschehen, wäre gharnicht notwendig.

So, und noch einmal zu Herrn Franz Joseph Bartmann.
Dieser Gematik & Telekom-Beauftragte der Bundesärztekammer ignoriert seit Jahren Beschlüsse der Bundesärztekammer und verdient nach wie vor Gled mit seiner Arbeit für den Ritt auf einem toten Gaul. D
Akzeptanz kommt nicht nur von Nutzen!
Akzeptanz entsteht durch Vertrauen. Einem Standesvertreter, der seinen Stand aufgehört hat zu vertreten, kann man nicht vertrauen.
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