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Alkoholprobleme nach Adipositas-Chirurgie

Dienstag, 16. Oktober 2012

New York – Die bariatrische Chirurgie kann bei Adipösen eine Gewichtsabnahme erzwingen und einen Diabetes kurieren. Sie macht die Patienten aber nicht unbedingt glücklich. Eine Untersuchung in den Archives of Surgery (2012; doi: 10.1001/2013.jamasurg.265) dokumentiert ein erhöhtes Risiko einer Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Alexis Conason vom Obesity Nutrition Research Center in New York hat 155 Patienten begleitet, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen: Bei 100 war ein Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) angelegt worden, die anderen 55 hatten laparoskopisch ein Magenband (LABG) erhalten. Vor der Operation hatten etwa 60 Prozent der Patienten regelmäßig Alkohol getrunken, 10 Prozent geraucht und 4,5 Prozent illegale Drogen konsumiert, wie sie im Compulsive Behaviors Questionnaire eingestanden hatten.

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Unmittelbar nach der bariatrischen Operation war der Konsum dieser Substanzen zurückgegangen. Aber bereits 1 Monat später tranken 20 Prozent der Patienten bereits wieder Alkohol. Sie setzten sich damit über die Empfehlungen ihrer Ärzte hinweg, die nach bariatrischen Operationen zu einer Abstinenz raten. Die Patienten mit RYGB sahen dies anfangs noch ein. Unter den LABG-Trägern war postoperativ keine signifikante Änderung des Alkoholkonsums erkennbar.

Später stieg der Alkoholkonsum in beiden Gruppen wieder an, und 24 Monate nach der Operation tranken die Patienten mehr Alkohol als davor. Auch der Anteil der Drogenkonsumenten war von 4,4 auf 13,2 Prozent gestiegen. Nur beim Tabakkonsum war es zu einem Rückgang der Konsumenten gekommen. Bei Patienten, die weiter rauchten, war aber die Zahl der Zigaretten gestiegen.

Bedenklich findet Conason vor allem den steigenden Alkoholkonsum nach Roux-en-Y-Magenbypass. Die funktionelle Darmverkürzung führe zu einer beschleunigten Aufnahme von Alkohol, die Patienten seien schneller betrunken und sie benötigten länger, bis sie wieder nüchtern ist. Nach Einschätzung der Psychologin steigt damit das Risiko, dass der Alkoholkonsum zu einer Abhängigkeit führt. © rme/aerzteblatt.de

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