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ADHS: Ein lebenslanges Karriererisiko

Dienstag, 16. Oktober 2012

New York – Viele Kinder mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) finden sich als Erwachsenen nur schwer im Leben zurecht. Eine prospektive Langzeit­studie in den Archives of General Psychiatry (2012; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.­2012.271) zeigt zahlreiche Probleme im Privat- und Arbeitsleben auf.

Das Long Island Jewish-Hillside Medical Center in New York betreute bereits in den 70er Jahren Knaben, denen die Lehrer aufgrund einer Hyperaktivität Lernstörungen attestiert hatten. Forscher der New York Universität (NYU) halten seither Kontakt zu den damaligen Patienten, die heute im Durchschnitt 41 Jahre alt sind.

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Das Team um Rachel Klein dürfte damit über die langlebigste Kohortenstudie zu dieser heute sehr viel häufiger diagnostizierten Störung verfügen. Frühere Auswertungen hatten bereits gezeigt, dass die Erkrankung sich auch im Erwachsenenalter nicht (immer) auswächst. Die aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die 135 damaligen Jungen auch im Erwachsenenalter Nachteile erleiden.

Es beginnt damit, dass die ADHS-Kohorte die Schule zweieinhalb Jahre früher verließ als eine Kontrollgruppe gleichaltriger Männer ohne ADHS: Nicht weniger als 31 Prozent hatten die High-School frühzeitig abgebrochen (versus 4 Prozent in der Kontrollgruppe) und nur 3 Prozent hatten einen höheren Abschluss geschafft (versus 29 Prozent). Kinder aus der ADHS-Kohorte wurden als Erwachsene häufiger von ihren Frauen geschieden (31 versus 12 Prozent). Sie litten nach Einschätzung der Psychiater zu 22 Prozent (versus 5,1 Prozent in der Kontrollgruppe) noch immer unter einer ADHS. Bei 16 Prozent diagnostizierten die Forscher eine antisoziale Persönlichkeitsstörung (versus 0 Prozent).

Die früheren Patienten hatten auch häufiger Drogenprobleme (14 versus 5 Prozent). An Depressionen oder Angstzuständen litten sie dagegen nicht vermehrt. Sie wurden auch nicht häufiger wegen psychischer Störungen hospitalisiert oder wegen Gesetzes­verstößen inhaftiert. Für Klein steht damit fest, dass Kinder mit ADHS auch im Erwachsenenalter noch betreut und eventuell behandelt werden sollten. © rme/aerzteblatt.de

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