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Rauchen erhöht Feinstaub im PKW

Dienstag, 16. Oktober 2012

Aberdeen – Rauchen steigert den Feinstaubgehalt im Innenraum von PKWs. In einer Feldstudie in Tobacco Control (2012; 21: 578-83) wurden die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch dann noch überschritten, wenn die Raucher während der Fahrt die Fenster geöffnet hatten.

Umweltzonen sollen die Feinstaubexposition in den Städten senken. Die höchste Belastung tritt allerdings nicht in der Umgebung der Fahrzeuge, sondern im Innenraum auf. Der wichtigste Auslöser sind nicht die Autoabgase, gegen die die Fahrerkabinen speziell gesichert sind, sondern der Rauch von Zigaretten. Dies zeigt eine Feldstudie der Universität Aberdeen in Schottland.

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Sean Semple und Mitarbeiter hatten die Fahrzeuge von 17 Erwachsenen mit Mess­geräten ausgestattet. Sie wurden in der Höhe angebracht, in der sich der Kopf eines Kindes auf dem Rücksitz befindet. 14 Probanden waren Raucher. Sie fuhren täglich zwischen 5 und 70 Minuten mit dem Auto. Während dieser Zeit stieg die Feinstaub­konzentration (PM2,5) im Autoinneren auf durchschnittlich 85 µg/m3 an.

Sie lag damit nicht nur zehnmal höher als bei den Nichtrauchern (7,4 µg/m3). Sie übertraf auch den Grenzwert von 25 µg/m3, den die WHO für Innenräume festgelegt hat. Dabei war die Exposition von 85 µg/m3 nur der Mittelwert. Der Feinstaubgehalt stieg mit der Zahl der gerauchten Zigaretten und erreichte der einer Fahrt eines starken Rauchers den Spitzenwert von 880 µg/m3.

Raucher tendierten laut Semple dazu, die Fenster während der Fahrt zu öffnen. Diese Lüftung der Fahrgastzelle erwies sich jedoch als weitgehend ineffektiv. Die Grenzwerte der WHO wurden weiterhin überschritten. Passivrauchen kann bei kleinen Kindern eine Reihe von Gesundheitsstörungen auslösen.

Semple nennt Mittelohrentzündungen, Kruppanfälle, Asthma und den plötzlichen Krippentod (SIDS). Der Forscher unterstützt deshalb die Mediziner des Royal College of Physicians Tobacco Advisory Group, die sich kürzlich für ein Rauchverbot in Autos ausgesprochen hat. © rme/aerzteblatt.de

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