Politischer Vorstoß bedroht Tarifverträge für Ärzte
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Rudolf Henke
Berlin – Gegen einen neuen Vorstoß zur Tarifeinheit und für die sogenannte Tarifpluralität kämpft der Marburger Bund (MB). Diese Pluralität ist Voraussetzung dafür, dass die Ärzte über den MB eigene Tarifverträge abschließen können. „Tarifpluralität ist der verfassungsrechtlich vorgesehene Normalfall. Wer auch immer meint, er müsse mit einem Gesetz den Grundsatz der Tarifeinheit festschreiben und die Koalitionsfreiheit aushebeln, befindet sich auf dem Holzweg“, sagte der Erste Vorsitzende des MB, Rudolf Henke, gestern Abend in Berlin. Er reagierte damit auf Forderungen auf dem gestrigen Arbeitgebertag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich dort offen für eine gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit gezeigt. In ihrer Rede vor den Arbeitgebervertretern pflichtete sie dem Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände Dieter Hundt bei, dass ein neuer Vorstoß für ein entsprechendes Gesetz sinnvoll sei. Laut Redemanuskript sagte sie vor den Vertretern der Arbeitgeberverbände: „Vielleicht, Herr Hundt, sollten wir uns doch einmal gemeinsam mit all den Quellen, die Sie zitiert haben, an einen Tisch setzen; dann müsste es ja binnen eines Abends möglich sein, das Gesetz über die Tarifeinheit hinzubekommen.“
Anzeige
Der Arbeitgeberpräsident hatte zuvor darauf hingewiesen, dass sich neben anderen Kabinettsmitgliedern auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) für eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit ausgesprochen habe. Vor den Arbeitgebervertretern stellten sich SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Jürgen Trittin hinter den Vorstoß.
Henke erinnerte dagegen an klare Festlegungen der Koalition. So habe die FDP-Bundestagsfraktion zuletzt am 13. Juni dieses Jahres erklärt, dass die von den Arbeitgeberverbänden geforderte gesetzliche Regelung der Tarifeinheit ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die Koalitionsfreiheit sei.
Berlin – „Wir lehnen jede erzwungene Tarifeinheit ab.“ Mit diesen Worten hat der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, bei dessen 122. Hauptversammlung heute in Berlin einen neuen...
Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich gegen eine Einheitsgewerkschaft ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, das eigenständige Tarifvertragsrecht der Ärzte zu wahren und zu...
Berlin – Gegen gesetzliche Einschränkungen von Arbeitskämpfen in der sogenannten Daseinsvorsorge wehrt sich der Marburger Bund (MB). Er reagiert damit auf eine Expertise und einen Gesetzesvorschlag,...
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat Forderungen der SPD-Bundestagsfraktion für einen gesetzlichen Zwang zur Tarifeinheit im Betrieb und eine Einschränkung des scharf kritisiert. „Es ist noch nicht...
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat vor Veränderungen im Tarifvertragsrecht, die gewerkschaftliche Freiheiten einschränken, gewarnt. Die Ärztegewerkschaft erteilte neuerlichen Forderungen der...
Leipzig – Auch für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist die sogenannte Tarifeinheit kein Thema mehr. Das sagte der alte und neue Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske gestern auf dem...
Berlin – Die gemeinsame Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) für eine Tarifeinheit per Gesetz ist Geschichte.Nachdem...
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Sehr geehrter Herr Skrziepietz, welche überaus schlechten persönlichen Erfahrungen haben Sie denn mit dem MB gemacht um dermaßen verbittert zu schreiben?
Ich für meinen Teil habe dem MB sehr viel zu verdanken und bin dafür auch selbst eingestanden und habe die orange Farbe auf der Straße vertreten. In den Genuss des alten BAT bin ich leider nicht mehr gekommen. So durfte ich mich zunächst mit dem TVöD begnügen. Aus meiner Sicht war es ein immenser Erfolg des MB ärztespezifische Tarifverträge zu erreichen. Insbesondere auch mit dem Hintergrund der davor über Dekaden andauernden jungärzte-verachtenden Politk unserer eigenen Standesvertretungen! Natürlich spielt der Einfluss des MB auf die eigene berufliche Position mit fortschreitender beruflicher Entwicklung eine zunehmend geringere Rolle. Für Berufseinsteiger sind die Erfolge des MB aber umso wichtiger!
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.