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Welttuber­kulose-Report: WHO sieht Risiken trotz Rückgangs

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Genf – Die Behandlung und Betreuung von Tuberkulosekranken hat in den letzten Jahren mindestens 17 Millionen Menschen das Leben gerettet. Dies geht aus dem aktuellen Welttuberkulose-Report hervor. Die Weltgesundheits­organisation (WHO) befürchtet trotzdem, dass die Situation aufgrund fehlender Spenden kippen könnte.

Allen Unkenrufen zum Trotz geht die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen in den meisten Ländern stetig zurück. Die WHO hat ihr Millennium Development Goal (MDG), die globale Epidemie bis 2015 zu stoppen und umzukehren, bereits erreicht. Die Zahl der Neuerkrankungen sei von 2010 auf 2011 erneut um 2,2 Prozent gesunken, heißt es in dem 272-seitigen Bericht.

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Auch die Mortalität an der Erkrankung ist seit 1990 um 41 Prozent zurückgegangen. Auch hier wird das MDG einer Halbierung bis 2015 wohl erreicht. Mortalität und Inzidenz sind in allen sechs WHO-Regionen rückläufig. Auch aus den 22 „high-burden“-Ländern gibt es gute Nachrichten. Der Welttuberkulose-Report verbreitet hier Optimismus.

Aber auch 2011 sind weltweit 8,7 Millionen Menschen an der Tuberkulose erkrankt und 1,4 Millionen daran gestorben. Immer mehr Patienten haben Zugriff auf eine Therapie – in 2011 wurden Medikamente an 51 Millionen Patienten ausgegeben – allerdings nur solange sie nicht an einer multiresistenten Form leiden. Die Zahl dieser MDR-Tuberkulosen ist nach Auskunft der WHO im Jahr 2011 auf rund 60.000 gestiegen. Dabei handelt es sich allerdings nur um die bestätigten Fälle. Die WHO geht davon aus, dass die Zahl in Wirklichkeit fünfmal höher ist.

Die Diagnose der MDR-Tuberkulose ist kompliziert und die Therapie kostspielig. Immerhin verfügen aber mittlerweile 67 Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen mit Geräten zur vollautomatisierten Genanalyse (NAAT), mit der auch Rifampicin-resistente Erkrankungen innerhalb kurzer Zeit diagnostiziert werden können. Ein Preisverfall um 41 Prozent dürfte die Verbreitung dieser Geräte weiter fördern. Der Einzeltest kostet mittlerweile weniger als 10 US-Dollar.

Dennoch ist die Stop TB-Initiative und die TB Alliance, die Industrie, Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen umfasst, auf weitere Spenden angewiesen. Die WHO schätzt den zusätzlichen Bedarf auf 2 Milliarden US-Dollar, wobei noch eine Lücke von 1,4 Milliarden US-Dollar bestehe. Die WHO stellte die Situation bei der Vorstellung des Welttuberkulose-Reports deshalb dramatischer dar, als die Zahlen erkennen lassen. © rme/aerzteblatt.de

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