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Charité: Staatsanwaltschaft ermittelt

Montag, 22. Oktober 2012

Berlin – Nach dem Tod eines mit Darmbakterien infizierten herzkranken Säuglings ist ein weiteres infiziertes Baby in der Charité außer Lebensgefahr. Dem Frühchen, dem es am Sonntagabend noch sehr schlecht gegangen sei, gehe es jetzt besser, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) heute und bezog sich auf Angaben von Medizinern.

Die Staatsanwaltschaft hat heute Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt aufgenommen. Es gilt zu klären, wie der Keim in das Krankenhaus kommen konnte, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Es werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt ermittelt. Ein Säugling war vor mehr als einer Woche nach einer Herzoperation gestorben, nachdem es sich mit einem Darmkeim auf einer Frühchenstation der Charité infiziert haben soll.

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Bei sieben weiteren Kindern, bei denen es sich um Frühchen handelt, wurde eine Infektion mit Serratia-Bakterien festgestellt. Ihr Zustand war zunächst stabil. Bei weiteren 15 Frühchen wurde der Keim nachgewiesen, ohne dass es zu einer Erkrankung kam.
„Der Zustand des Babys ist sehr besorgniserregend“, wurde die Sprecherin der Charité, Stefanie Winde, in der Berliner Morgenpost und der Bild-Zeitung vom Montag zitiert. „Dem Kind geht es schlechter.“ Danach jedoch besserte sich sein Zustand. Das Frühchen sei nach Angaben der Ärzte außer Lebensgefahr, sagte Czaja vor Journalisten.

Allerdings gebe es noch keine neuen Erkenntnisse, wie es zu der Infektion kommen konnte. Derzeit werde jeder „Stein“ auf den betreffenden beiden Stationen gewendet, sämtliche Vorgänge überprüft und mit den Mitarbeitern gesprochen. Nach Angaben Czajas wird unter anderem bei einem Babybadeschaum untersucht, ob es eventuell Übereinstimmungen mit Proben von den betroffenen Stationen der Charité gebe. Das Robert-Koch-Institut (RKI) unterstützt die Charité bei der Suche nach der Infektionsquelle.

Keine Versorgungsengpässe bei Frühchen
Der Aufnahmestopp für zwei Frühgeborenenstationen am Virchow-Klinikum der Charité führt der Senatsgesundheitsverwaltung zufolge nicht zu Engpässen bei der speziellen Versorgung von Frühchen. Insgesamt gebe es solche Stationen an sieben Klinikstand­orten in der Stadt, sagte eine Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung – unter anderem am Vivantes Klinikum im Friedrichshain sowie am Helios Klinikum in Buch. Die Frühchenstationen am Campus Mitte der Charité sind von dem Aufnahmestopp nicht betroffen.

Nach Angaben von Sören Gatermann vom Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger kommen solche Keime „häufig“ auf Neugeborenen­stationen vor. Serratien könnten gut im Wasser als Reservoir überdauern. Es sei aber schwierig, die richtige Stelle zu finden, an der sich diese Keime angesiedelt haben. Häufig werde der Erreger rechtzeitig bemerkt, bevor er sich weiter ausbreiten könne, aber nicht in jedem Fall, sagte Gatermann. © dapd/afp/aerzteblatt.de

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