Pflegeverbände in Bayern fordern Gründung einer Pflegekammer
Montag, 22. Oktober 2012
München – Eine Pflegekammer für Bayern haben verschiedene Pflegeverbände bei einer Expertenanhörung vor dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit des Landtages Mitte Oktober gefordert. „Sie ist alternativlos, wenn man die Pflege in Bayern nachhaltig stärken möchte“, sagte Irene Hößl, stellvertretende Vorsitzende der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Pflegeberufe.
Die Pflegekammer könnte die Lücke in der Qualitätssicherung schließen, die Weiter- und Fortbildung einheitlich regeln und auch Schiedsstelle für Bürgerinnen und Bürger sein. „Sie bietet außerdem Beratung für Berufsangehörige bei juristischen, fachlichen und berufspolitischen Belangen“, ergänzte Christa Schwantes vom Förderverein zur Gründung einer Pflegekammer in Bayern.
Vonseiten der Politiker bekamen die Pflegenden Rückenstärkung. „Die Pflege ist fremdbestimmt und zersplittert, bei einer Kammer hätte sie eine stärkere Stimme“, sagte Theresa Schopper (Grüne). Sie merkte an, dass beispielsweise der Einfluss der Ärztekammer auf die politische Debatte sehr groß sei und wünschte sich dies auch für die Pflege.
Christa Stewens (CSU) glaubt, dass Pflegende in Krankenhäusern nicht mit dem gleichen Respekt behandelt werden wie Ärzte. „Es würde sich einiges verändern, wenn wir eine Pflegekammer hätten. Die Ärztekammer spricht ein mächtiges Wort, aber es gibt keine Gegenstimme in Form einer Pflegekammer, um die Interessen zu vertreten“, sagte sie. © hil/aerzteblatt.de
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