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Pubertät bei Jungen immer früher

Montag, 22. Oktober 2012

Chapel Hill – Jungen kommen heute früher in die Pubertät als noch vor einigen Jahr­zehnten. Eine Studie in Pediatrics (2012; doi: 10.1542/peds.2011-3291) datiert den Beginn der Hodenvergrößerung bereits auf die Zeit um den 10. Geburtstag. Auch andere Geschlechtsmerkmale bilden sich früher aus.

Die im PROS-Netzwerk (Pediatric Research in Office Settings) zusammengeschlossenen US-Pädiater haben in den letzten Jahren Daten zu 4.131 Jungen gesammelt. Anlässlich des Termins von Vorsorgeuntersuchungen wurde mit einem Orchidometer die Hoden­größe bestimmt und das Pubertätsstadium nach Tanner ermittelt. Es berücksichtigt neben der Hodengröße auch den Wachstumsschub, die Entwicklung der Schamhaare und die Vergrößerung des Penis.

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Das Stadium 2 gilt allgemein als Beginn der Pubertät. In den USA erreichen die weißen Knaben europäischer Herkunft dieses Stadium heute schon im Alter von 10,14 Jahren. Bei den Hispanics setzte die Pubertät mit 10,04 Jahre und bei den Afroamerikanern sogar schon mit 9,14 Jahren ein.

In der Orchidometrie setzten Marcia Herman-Giddens von der Gillings School of Global Public Health in Chapel Hill in North Carolina die Grenze bei einer Hodengröße von mehr als 3 ml. Sie wurde von den Weißen europäischer Herkunft im Alter von 9,95 Jahren, bei Hispanics im Alter von 9,63 Jahren und bei den Afroamerikanern im Alter von 9,71 Jahren erreicht.

Tanner 2 kennzeichnet ein relativ frühes Stadium der Pubertät, die sich bei Jungen über mehrere Jahre bis zum Erreichen der endgültigen Körpergröße hinzieht. Die Kinder sind in diesem Alter vermutlich noch nicht geschlechtsreif, auch wenn die Knaben in der Studie nicht nach ersten Ejakulationen gefragt wurden.

Dennoch ist ein Stadium Tanner 2 um das 10. Geburtsjahr herum ein überraschendes Ergebnis. Frühere Untersuchungen hatten dieses Stadium auf 11,5 bis 12 Jahre datiert. Es könnte deshalb sein, dass sich die Ausreifung des männlichen Körpers in den letzten Jahrzehnten beschleunigt hat, ähnlich wie dies frühere Studien des PROS-Netzwerkes für Mädchen gezeigt haben.

Die Ursachen konnten in der Studie nicht ermittelt werden. Bei den Mädchen werden die Ernährung und die zunehmende Adipositas als Faktoren vermutet. Fettgewebe gilt als Quelle der Östrogenproduktion. Was bei den Jungen für die Beschleunigung verant­wortlich ist, dürfte Gegenstand von Studien sein. Auch die Folgen sind unklar. Bei Mädchen gilt eine frühe Menarche das Risikofaktor für einen späteren Brustkrebs. © rme/aerzteblatt.de

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Novalee
am Montag, 29. Oktober 2012, 21:30

Tierische Produkte

sehr wahrscheinliche Ursache = Wachstumshormone aus tierischen Produkten (besonders Milchprodukte)!

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