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NAV-Symposium: Bedarfsplanung alleine reicht nicht

Dienstag, 23. Oktober 2012

Berlin – Mit einer neuen Bedarfsplanung müssen auch bessere Rahmen­bedin­gungen für Ärzte in ländlicheren Regi­onen geschaffen werden. Dies hat am Freitag Dieter Herrchen, Bürgermeister von Elsterwerda, im Rahmen des NAV-Sym­posiums „Kann die neue Bedarfs­planung die Versorgung sicher­stellen“ gefordert. Herrchen sucht schon länger Ärzte, die sich in seiner Stadt mit 8.500 Einwohnern niederlassen wollen.

„Wenn die Bedarfsplanung nicht mit Rahmenbedingungen einhergeht, die sicherstellen, dass dann auch Ärzte für die Versorgung zur Verfügung stehen, ist das eine halbe Sache“, erklärte er. Dazu müssten mehr Bereiche für eine Niederlassung gesperrt werden, forderte  Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg. Nur so könne man Ärzte für unbeliebte Bezirke gewinnen. „Solange man sich noch in attraktiven Gebieten niederlassen kann, wird man diese Sitze nicht besetzt bekommen“, stellte sie fest.

Regina Feldmann © Lopata-NAV-Virchowbund
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Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), erklärte, dass die neue Bedarfsplanungsrichtlinie kleinere Planungsbereiche vor allem für die hausärztliche Versorgung vorsehe. Diese sollen künftig auf Gemeindeebene planbar sein. Darüber hinaus sollen Pendlerströme mit einzogen werden. „Wenn beispielsweise viele Einwohner einer ländlichen Region in die Kreisstadt pendeln, dann kann diese die Region mitversorgen“, so Feldmann.

Zeigt sich aber, dass die Einwohner nicht pendeln, müssten dort entsprechend mehr Sitze geschaffen werden. Sie unterstrich, die neue Richtlinie solle in erster Linie ein Konzept sein, dass man den Kassenärztlichen Vereinigungen an die Hand gebe: „Diese Bedarfsplanung lässt sehr viele Freiheiten, sie an den regionalen Bedarf anzupassen.“

„Das Problem ist nicht zwangsläufig die Bedarfs­planung“, stellte Carsten Jäger fest, Geschäftsführer des Ärztenetzes Südbrandenburg. Für sein Netz sei es eher schwierig, überhaupt niederlassungswillige Ärztinnen und Ärzte zu finden. Und: „Ärzte anstellen dürfen wir als Netz bisher ja nicht. Dazu fehlt Ärzte­netzen der Status als Leistungs­erbringer“, ergänzte er. Vor allem die Bürokratie und die Angst vor Regressen halten seiner Erfahrung nach junge Mediziner von einer Niederlassung ab: „Das Regress­risiko wird als Damoklesschwert wahrgenommen, dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines Regresses in ländlichen Regionen gleich Null.“

Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, ist ebenfalls überzeugt, dass eine neue Bedarfsplanung allein keine Ärztinnen und Ärzte aufs Land oder in weniger beliebte Stadtbezirke bringt. Er glaubt zudem, dass junge Mediziner auch deshalb lieber als Angestellte arbeiten wollten, weil ihnen der Kontakt zu Niedergelassenen in der Aus- und Weiterbildung fehle.

Dirk Heinrich © Lopata-NAV-Virchowbund

„Es ist notwendig, dass die Krankenhäuser mehr Kontakt zum niedergelassenen Bereich haben“, forderte er deshalb. Nicht nur, dass junge Ärzte sich so ein besseres Bild von der Tätigkeit in einer eigenen Praxis machen könnten. Sie kämen dort auch mit Therapien in Kontakt, die längst nur noch ambulant und nicht mehr stationär wie früher praktiziert würden: „Deshalb ist es auch notwendig, dass ein Teil der Weiterbildung im niedergelassenen Bereich stattfindet“, betonte Heinrich. © mei/aerzteblatt.de

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