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Fäkale Bakteriotherapie kuriert C. diffile-Infektion bei Mäusen

Freitag, 26. Oktober 2012

Hinxton – Britische Forscher haben bei Mäusen eine rezidivierende Darminfektion mit Clostridium difficile durch die perorale Therapie mit Darmbakterien gesunder Tiere kuriert. Die Studie in PLoS Pathogens (2012; 8: e100299) liefert den prinzipiellen Beweis für die fäkale Bakteriotherapie, die auch bei einer Beschränkung auf sechs Bakterienstämme wirksam blieb.

Schwer verlaufende Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) sind in den letzten Jahren in vielen Kliniken und Pflegeheimen auch in Deutschland zu einem Problem geworden. Ursache ist in den meisten Fällen eine vorausgehende Antibiotikatherapie, die zu einer Störung der Darmflora geführt hat. Sie begünstigt die Besiedlung mit C. difficile.

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Eine erneute Antibiotikatherapie ist zwar anfangs erfolgreich. Wegen der wiederholten Störung der Darmflora kommt es jedoch immer wieder zum Rezidiv. Durch die Bildung von Toxinen kann C. difficile lebensgefährliche Komplikationen, etwa das Megakolon auslösen. Als besonders gefährlich hat sich der Ribotyp 027 erwiesen, der auch über Sporen auf andere Personen übertragen werden kann. Manchmal bleibt nur eine Darmresektion als Ultima Ratio.

In der Literatur finden sich Berichte über eine plausible, aber drastische Behandlung: Bei der fäkalen Bakteriotherapie werden den Patienten über eine Magensonde Darmbakterien gesunder Menschen zugeführt. Dies soll in Einzelfällen die Darmflora normalisiert und die CDI kuriert haben. Die Therapieversuche sind aber umstritten, da mit den Darmbakterien auch Krankheitserreger übertragen werden können. Außerdem ist die Bereitschaft vieler Patienten gering, sich mit dem Kot anderer Menschen peroral behandeln zu lassen.

Die Entwicklung eines Tiermodells der CDI bot jetzt Trevor Lawley vom Sanger Institute in Hinxton bei Cambridge und Mitarbeitern die Möglichkeit, die Behandlung systematisch zu untersuchen. Die Forscher konnten zunächst beweisen, dass C. difficile-Sporen für die Rezidive der CDI nach dem Ende einer Antibiotikabehandlung verantwortlich sind. Diese Sporen konnten bei den Versuchstieren tatsächlich durch eine fäkale Bakteriotherapie verdrängt werden. Alle 20 Tiere wurden nach kurzer Zeit von der CDI kuriert.

Um die Therapie erträglicher zu machen, versuchten die Wissenschaftler dann die Bakterien zu isolieren, die die Dysbiose beseitigen und die gesunde Darmflora wieder herstellen kann. Sie konnten den „therapeutischen Cocktail“ auf 6 Bakterienarten reduzieren, von denen drei Spezies bisher nicht bekannt waren. Die Forscher wollen jetzt in einer klinischen Studie untersuchen, ob die Mischung auch bei Patienten mit CDI sicher und wirksam ist.

Durch die Isolierung der sechs Bakterien sind die Forscher nicht mehr auf den Kot gesunder Menschen als Ausgangsmaterial angewiesen. Die sechs Bakterienstämme können auch im Labor herangezüchtet werden. Sie könnten im Prinzip auch in der Formulierung einer Pille oder Kapsel angeboten werden, was vielen Patienten helfen dürfte, den Ekel vor der Behandlung zu überwinden. © rme/aerzteblatt.de

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