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Praxisgebühr: AOK mahnt Prüfung aller Zuzahlungen an

Montag, 29. Oktober 2012

Berlin – Im Streit um die Abschaffung der Praxisgebühr fordern Krankenkassen, alle Zuzahlungen auf den Prüfstand zu stellen. „Wer sagt, die Praxisgebühr müsse abge­schafft werden, weil sie überflüssige Arztbesuche nicht vermeide und zu bürokratisch sei, springt zu kurz“, sagte der Vorstandschef der AOK Rheinland-Hamburg, Günter Wälter­mann, dem Handelsblatt vom Montag. Auch andere Zuzahlungen seien nämlich büro­kratisch.

Er verlangte, alle Zuzahlungen daraufhin zu prüfen, ob sie die Nachfrage in eine medizinisch wünschenswerte Richtung steuerten, ob sie sozial vertretbar seien und ob sie vermeidbare Bürokratie auslösten. Als Beispiel für eine problematische Zuzahlung nannte Wältermann die Selbstbeteiligung bei häuslicher Krankenpflege.

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Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid  im Im Auftrag des Nach­rich­ten­magazins Focus steht die Abschaffung der Praxisgebühr ganz oben auf der Wunsch­liste der Deutschen. In der repräsentativen Umfrage mussten die Befragten von sechs Vorhaben drei auswählen. 61 Prozent wählten das Aus für die Praxisgebühr. Über­legungen der Koalition, die Rente für Erwerbstätige mit kleinen Einkommen aufzu­stocken, kam mit 59 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von einer Besserstellung von Müttern in der Rente mit 55 Prozent, wie der Focus mitteilte.

Über diese Projekte werden die Spitzen von Union und FDP voraussichtlich nächsten Sonntag in einem Koalitionsgespräch beraten. Weniger Interesse fand in der Umfrage eine Senkung der Krankenkassenbeiträge (44 Prozent) oder niedrigere Beiträge zur Rentenversicherung (29 Prozent). Mit 19 Prozent Zustimmung landete das umstrittene Betreuungsgeld weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. © dapd/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Montag, 29. Oktober 2012, 21:07

alle Zuzahlungen sind Mogelpackungen, die AOK hat recht.


Was macht es für einen Sinn, in der AOK zu sein, wenn ich meine Brille praktisch selbst, den Zahnersatz zu mehr als der Hälfte, die Rezepte für Physiotherapie zu zehn Prozent und die für Arzneien zu einem festenb Eurobetrag selbst leisten muß.

Auf den Prüfstand heißt, es muß ein neues Tarifsystem her.

Warum nicht einen billigeren Tarif anbieten, wenn eine Eigenbeteiligung möglich ist? Waruim nicht Module aufbauen, die sich dann aber nach den Leistungen richten? Ähnlich wie bei der Autohaftpflicht muß es doch möglich sein, für einen VW Polo (synonym für eine vertragliche Festleghung auf Nur-Generika-Verordnungen) weniger zu zahlen als für einen Porsche (will heißen, ich bestehe auf Originalpräparate).

Der Gesundheitsminister gehört der FDP an. Für die FDP ist "Markt" etwas ganz natürliches. Und auf dem Markt sind Prüfstände und Wettbewerb das Natürlichste auf der Welt. Wir sollten die AOK diesmalbeim Wort nehmen.

Dr Karlheinz Bayer, Bad Peterstal

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