Medizin

Sport hält schlau

Montag, 29. Oktober 2012

Edinburgh – Menschen, die im Alter sportlich aktiv sind, können damit möglicherweise degenerativen mentalen Abbauprozessen entgegenwirken. Das berichten Wissen­schaftler um Alan Gow von der Universität in Edinburgh. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Neurology (doi:10.1212/WNL.0b013e3182703fd2).

Die Arbeitsgruppe untersuchten in ihrer Studie 691 Studienteilnehmer über 70 Jahre über einen Zeitraum von drei Jahren. Sie verwendeten in ihrer Studie hauptsächlich MRT-Verfahren, um das Volumen des Gehirngewebes und die weiße Substanz zu untersuchen.

Anzeige

Außerdem erfassten sie die physische Aktivität ihrer Studienteilnehmer. Diese variierte zwischen leichter körperlicher Arbeit, wie beispielsweise der täglichen Hausarbeit, und anstrengenderen Aktivitäten, die bis zu Wettkampfsportarten reichten. Auch beobach­teten die Wissenschaftler, ob ihre Studienteilnehmer an mental-stimulierenden Aktivitäten wie Lesekreisen oder anderen sozialen Projekten teilnahmen.

Die Untersuchungen zeigen nach Auffassung der Forscher, dass bei sportlich aktiven Personen weniger weiße Substanz beschädigt und mehr graue Substanz vorhanden ist als bei sportlich weniger aktiven Probanden. Während die weiße Substanz aus den Nervenleitbahnen besteht und Informationen zwischen verschiedenen Zellbereichen des Gehirns weiterleitet, stellt die graue Substanz die zellkörperreichen Gebiete des Gehirns dar.

Gow schlussfolgert aus seinen Beobachtungen, dass körperliche Aktivität, sei es auch nur ein kleiner Spaziergang am Tag, den kognitiven Fähigkeiten von älteren Personen und der Gesundheit ihres Gehirns zuträglich sei.

Seine Kollegen und er meinen, dass Sport mentalen Alterungsprozessen vorbeugen beziehungsweise sie verzögern kann. Weitere Studien seien zwar vonnöten, um herauszufinden, welche Art der sportlichen Aktivität welchen Personen am besten helfen könne, jedoch sei ihre Studie der erste Schritt, um individuelle Trainingskonzepte für Personen verschiedener Altersklassen zu entwerfen.

Abschließend erklärten die Wissenschaftler, dass sportliche Aktivität nicht nur bei kardiovaskulären Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ2 von Vorteil sei, sondern auch die Hirnatrophie vermindern und zu einer verminderten Anzahl von Läsionen der weißen Substanz führen könne. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige