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Obduktion: Baby starb offenbar nicht an Folgen eines Keimbefalls

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Berlin – Nach einem ersten Obduktionsergebnis ist das Anfang Oktober in einem Berliner Krankenhaus gestorbene Baby nicht an einer Serratien-Infek­tion gestorben. Der Gerichtsmedizin zufolge sei davon auszugehen, dass das Kind nach einer „hochkom­plizierten und riskanten Operation" eines natürlichen Todes gestorben sei, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Weitere Untersuchungen zur abschließenden Klärung stünden noch aus.

Die Exhumierung des Babys und die anschließende Obduktion sind Teil des Ermitt­lungsverfahrens wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Serratien-Befall auf der Neonatologie der Charité. Auch die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperver­letzung anderer Kinder durch eine Keim-Infektion dauern laut Staatsanwaltschaft an. © dapd/aerzteblatt.de

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WiseDoc/ii
am Mittwoch, 31. Oktober 2012, 21:50

Keime nicht Todesursache - Wo bleiben jetzt die Kommentare der Schreihälse?

Wo sind die, die hier vorher lauthals rumgeschrieen haben, allen voran angeblich erfahrene Hygieniker?

Es ist höchste Zeit, dass in der Ärzteschaft eine professionelle Mentalität Fuß fasst, die sachliche Diskussionen über Fehler ermöglicht.

Bei der ersten Meldung rumzuschreien und dramatische Konsequenzen zu fordern, hilft nichts und niemand, aber schadet im Ergebnis langfristig einer sachorientierten Arbeit. Jetzt kommt eben von dem Hygieniker keine Reaktion an selber Stelle, wo vor wenigen Tagen noch markig getextet wurde, zumindest bislang nicht.

Dazu gehört auch, dass eben gerade nicht eine Mordkommission ein Krankenhaus betritt und durchsucht, solange noch nicht alles klar ist. Das ist ein fatal falsches Signal.

Krankenhäuser und Arztpraxen können keine Keimfreiheit garantieren - es wird nicht klappen, wie auch, solange wir noch echte Patienten behandeln?

Die zur Erzeugnung der Keimfreiheit aktuell abgefassten und weiter angedachten Gesetze und Regelungen schaffen einen falschen und gefährlichen Eindruck, was "der Patient" zu fordern und zu erwarten habe.

Medizin - nicht nur im Grenzbereich - hat und wird weiter Risiken haben. Leben retten oder heilen zu wollen kann eben auch schief gehen.

Eine total kontrollierte Medizin bedarf zu aller erst total kontrollierter Patienten. Das kann wohl niemand ernsthaft wollen. Dazu ist auch niemand im G-BA oder anderswo in der Politik befugt, Entscheidungen zu treffen, und wird es auch hoffentlich nie werden.

Die weit verbreitete Empörungskultur, die nur den Common sense bedient, und den auch die Politik bespielen kann, bringt rein gar nichts. Die häusliche ("Domestos und Sagrotan-Kultur") und KH-Keimbekämpfung hat uns in den letzten 20 Jahren erst einige der hochresistenten Keime gezüchtet, die wir jetzt bekämpfen müssen.

Haben wir alle nichts gelernt?

Nur als Frage: Der G-BA verfolgt immer noch Mindestmengen für die Frühchenbehandlung. Werden damit aber nicht genau die Megaabteilungen in den Krankenhäusern erzeugt, in denen dann effektiv viele Kinder kolonisiert oder infiziert werden (können). Wollen wir das?

Also: Was will das System, und was wäre das, was medizinisch WIRKLICH sinvoll ist? Wissen die Patienten und Versicherten, was in all den Gremien angeblich im Namen oder dem angeblichen Interesse der Patienten passiert?

Dazu sollten sich hier einige Fachkundige lautstark (=fachgetrieben), aber eben nicht schreierisch äußern.

Die Medizin(er) sollte(n) in solchen Diskussionen den Ton angeben, nicht Marktschreier und Leute, die noch keinen Kranken selbst behandelt haben, und die noch nie eine solche Verantwortung übernehmen mussten. Die Ärzte unter den Schreiern sollten sich alle mal fragen, ob sie wirklich den Forderungen selber standhalten können und das auch beweisen können.

Ich habe da so meine Zweifel. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil es schlicht nicht geht.

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