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DNA-Analyse klärt MRSA-Ausbruch auf Neugeborenenstation

Mittwoch, 14. November 2012

Cambridge – Die DNA-Sequenzierung von Krankheitserregern kann die Aufklärung von Epidemien erleichtern. An einer neonatologischen Intensivstation in England gelang es den Infektiologen erst durch die Erbgutanalyse eine Verbindung zwischen mehreren MRSA-Erkrankungen herzustellen, was mittels bakteriologischem MRSA-Nachweis und Antibiogramm nicht gelungen war. Wie das Team in Lancet Infectious Disease (2012: doi: 10.1016/S1473-3099(12)70268-2) schreibt, konnte an Ende ein Mitarbeiter der Station als Auslöser ermittelt werden.

Drei gleichzeitige MRSA-Infektionen hatten 2011 die vorübergehende Schließung einer spezialisierten neonatologischen Station („special care baby unit“) am Rosie Hospital in Cambridge veranlasst. Da die Antibiogramme zweier Erreger identisch waren und der dritte eine hohe Ähnlichkeit zeigte, vermuteten die Infektiologen zurecht eine Epidemie.

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Was sie aber aufgrund der konventionellen Tests nicht sicher wussten: In den Monaten zuvor waren 12 weitere Neugeborene mit dem identischen Erreger infiziert worden. Es gab hier zwar eine große Ähnlichkeit mit dem Antibiogramm. Die Mediziner hatten jedoch keinen Verdacht geschöpft, weil zwischenzeitig in zwei Intervallen keine MRSA auf Station nachgewiesen wurden. Die Klinik screent alle Aufnahmen und führt danach wöchentliche Kontrollen durch.

Das Team um Julian Parkhill vom Wellcome Trust Sanger Institute aus der Nähe von Cambridge konnte durch die Sequenzierung zweifelsfrei nachweisen, dass die Erreger identisch waren. Dies ließ bereits vermuten, dass sich unter den Mitarbeitern der Station ein unerkannter MRSA-Träger befindet. Dieser Verdacht erhärtete sich, als während der laufenden Untersuchung erneut eine MRSA-Erkrankung auf Station auftrat, obwohl diese zuvor einer gründlichen Reinigung unterzogen worden war.

Parkhill wies bei dem Säugling den identischen Erreger wie bei den früheren Erkrankungen nach. Die Infektiologen weiteten daraufhin die Untersuchung auf 154 Angestellte der Station aus. Schließlich fanden sie eine Person, die ohne es zu wissen und ohne erkrankt zu sein, MRSA-Träger war. Die Person wurde von der Station abgezogen und wie Parkhill schreibt erfolgreich mit Antibiotika dekolonisiert.

Bei einer regelmäßigen MRSA-Sequenzierung wäre die Epidemie um Monate früher entdeckt worden, glaubt Parkhill. Der Klinik wären dann Kosten von mehr als 10.000 Pfund erspart geblieben, die Parkhill den Kosten der DNA-Sequenzierung von derzeit 95 Pfund pro Sequenzierung gegenüberstellt. Für ein generelles Screening sind die Tests allerdings derzeit noch zu teuer. Die Preise für die DNA-Sequenzierung von Bakterien sind in den letzten Jahren jedoch gefallen. Experten halten es für möglich, dass die Tests eines Tages für ein Pfund oder weniger angeboten werden. © rme/aerzteblatt.de

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