10.200 News Medizin

Medizin

Rauchen in der Schwangerschaft fördert Leseschwäche des Kindes

Dienstag, 20. November 2012

New Haven – Die Passivrauchexposition im Uterus könnte eine mögliche Ursache für eine spätere Leseschwäche in der Grundschule sein. Dies ergab jetzt eine prospektive Langzeitstudie im Journal of Pediatrics (2012; doi: 10.1016/j.jpeds.2012.09.041).

Erst vor wenigen Tagen hatten britische Forscher gezeigt, dass schon ein moderater Alkoholkonsum in der Schwangerschaft den IQ des Kindes im Grundschulalter mindert. Dies schlossen die Forscher aus einer Analyse der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (APSAC), die eine Gruppe von mehr als 4.000 Kindern der Jahrgänge 1991/92 seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet.

Anzeige

Jetzt kommt Jeffrey Gruen von der Yale University in New Haven/Connecticut in einer weiteren Analyse der gleichen Kohorte zu dem Schluss, dass auch das Rauchen in der Schwangerschaft einen schädlichen Einfluss auf die kognitive Entwicklung der Kinder haben kann. Gruen wertete die Ergebnisse der Lesetests im Alter von 7 und 9 Jahren aus.

Sein Ergebnis: Kinder, die in utero der größten Menge Nikotin (oder anderer Schadstoffe des Tabakrauchs) ausgesetzt waren, erzielten in Lesetests um 21 Prozent schlechtere Ergebnisse als die Kinder von Nichtraucherinnen. Die Defizite traten sowohl bei der Lesegenauigkeit als auch im Textverständnis auf.

Der Unterschied war Gruen zufolge bedeutsam: In einer Klasse von 31 Schülern würden Kinder mit gleichem Hintergrund in einer Rangliste um 7 Positionen zurückfallen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat. Besonders groß waren die Nachteile bei Kindern mit phonologischen Defiziten. Gemeint ist die Schwierigkeit, Buchstaben- in Lautfolgen zu übersetzen und umgekehrt. Gruen vermutet, dass es hier zur Verstärkung einer ererbten Lese-Rechtschreibstörung durch die Passivrauch-Exposition im Sinn einer Gen-Umwelt-Interaktion kommt. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
10.200 News Medizin

Nachrichten zum Thema

03.08.15
Lebensstil-Inter­vention kann Gestations­diabetes vermeiden
Helsinki – Eine Lebensstil-Intervention aus einer Diät und einem Bewegungsprogramm hat in einer randomisierten klinischen Studie in Diabetes Care (2015; doi: 10.2337/dc15-0511) die Häufigkeit eines......
27.07.15
Mutterschafts­vorsorge: Ärzte widersprechen Bertels­mann-Studie
Berlin/Gütersloh – Scharfe Kritik an einer neuen Bertelsmann-Studie zur Schwangerenvorsorge üben der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe......
15.07.15
London – Der häufig hohe Zigarettenkonsum von Patienten mit einer Schizophrenie könnte ein begünstigender Faktor für den Ausbruch der Erkrankung sein. Das schließen Forscher des King's College London......
14.07.15
Edinburgh – Eine Therapie mit dem Diabetesmedikament Metformin kann bei adipösen Schwangeren nicht die Geburt eines Kindes mit einem hohen Geburtsgewicht verhindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine......
10.07.15
SSRI-Antidepressiva: Studie sieht unterschiedliches Fehlbildungsrisiko
Atlanta – Die Einnahme von Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in der Schwangerschaft kann zu Fehlbildungen führen. Das Risiko war in der Analyse eines US-Registers......
07.07.15
WHO: Hohe Tabaksteuern eines der effektivsten Mittel gegen Rauchen
Manila – Ohne drastische Maßnahmen gegen den Tabakkonsum sterben im Jahr 2030 bereits acht Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Davor hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen......
06.07.15
Boston – Schwangerschaften von Frauen, die unter einer Epilepsie leiden, verlaufen einer Studie in JAMA Neurology (2015; doi: 10.1001/jamaneurol.2015.1017) zufolge häufiger mit Komplikationen. Auch......

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in