7.839 News Medizin

Medizin

Rauchen in der Schwangerschaft fördert Leseschwäche des Kindes

Dienstag, 20. November 2012

New Haven – Die Passivrauchexposition im Uterus könnte eine mögliche Ursache für eine spätere Leseschwäche in der Grundschule sein. Dies ergab jetzt eine prospektive Langzeitstudie im Journal of Pediatrics (2012; doi: 10.1016/j.jpeds.2012.09.041).

Erst vor wenigen Tagen hatten britische Forscher gezeigt, dass schon ein moderater Alkoholkonsum in der Schwangerschaft den IQ des Kindes im Grundschulalter mindert. Dies schlossen die Forscher aus einer Analyse der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (APSAC), die eine Gruppe von mehr als 4.000 Kindern der Jahrgänge 1991/92 seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet.

Anzeige

Jetzt kommt Jeffrey Gruen von der Yale University in New Haven/Connecticut in einer weiteren Analyse der gleichen Kohorte zu dem Schluss, dass auch das Rauchen in der Schwangerschaft einen schädlichen Einfluss auf die kognitive Entwicklung der Kinder haben kann. Gruen wertete die Ergebnisse der Lesetests im Alter von 7 und 9 Jahren aus.

Sein Ergebnis: Kinder, die in utero der größten Menge Nikotin (oder anderer Schadstoffe des Tabakrauchs) ausgesetzt waren, erzielten in Lesetests um 21 Prozent schlechtere Ergebnisse als die Kinder von Nichtraucherinnen. Die Defizite traten sowohl bei der Lesegenauigkeit als auch im Textverständnis auf.

Der Unterschied war Gruen zufolge bedeutsam: In einer Klasse von 31 Schülern würden Kinder mit gleichem Hintergrund in einer Rangliste um 7 Positionen zurückfallen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat. Besonders groß waren die Nachteile bei Kindern mit phonologischen Defiziten. Gemeint ist die Schwierigkeit, Buchstaben- in Lautfolgen zu übersetzen und umgekehrt. Gruen vermutet, dass es hier zur Verstärkung einer ererbten Lese-Rechtschreibstörung durch die Passivrauch-Exposition im Sinn einer Gen-Umwelt-Interaktion kommt. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.839 News Medizin

Nachrichten zum Thema

06.05.13
Nürnberg – Der Deutsche Hebammenverband wirbt für natürliche Geburten und will damit den hohen Anteil an Kaiserschnitten senken. Schließlich sei der Eingriff mit gravierenden gesundheitlichen Risiken...
25.04.13
New York – Als erste US-Großstadt will New York das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten von 18 auf 21 Jahre anheben. Das Büro der New Yorker Stadtratsvorsitzenden Christine Quinn teilte am...
22.04.13
Schon wenige tägliche Zigaretten erhöhen Rheumarisiko
Stockholm – Schon wenige tägliche Zigaretten verdoppeln das Risiko auf eine rheumatoide Arthritis, das in einer neuen prospektiven Beobachtungsstudie in Arthritis Research & Therapy (2013, 15:...
22.04.13
Deutsche kaufen immer weniger Zigaretten
Wiesbaden – Parallel zur schrittweisen Erhöhung der Tabaksteuer sinkt der Zigarettenverkauf in Deutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres ging der Absatz im Vergleich zum Vorquartal um 6,8 Prozent...
19.04.13
Jena – Mediziner an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ) haben erstmals in Thüringen einem ungeborenen Kind Blut übertragen. „Wäre die Blutarmut nicht behandelt worden, hätte das...
17.04.13
Magnetische Hirnstimulation lindert Entzugssymptome von Rauchern
Charleston – Eine 15-minütige transkranielle Magnetstimulation (TMS) bestimmter Großhirnregionen hat in einer kleinen randomisierten klinischen Studie in Biological Psychiatry (2013; doi:...
16.04.13
Ann Arbor – Eine Studie aus Ghana bestätigt eine alte Annahme über den Einfluss der Schlafposition auf den Verlauf der Schwangerschaft. Laut der Studie im International Journal of Gynecology &...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in