6.770 News Politik

Politik

Laumann kritisiert Rauchverbot in NRW

Donnerstag, 22. November 2012

Düsseldorf – Trotz kleiner Korrekturen stoßen die rot-grünen Regierungspläne für einen strengeren Nichtraucherschutz in NRW auf Ablehnung bei der Opposition. „Freie und mündige Bürger sollen künftig per Gesetz bevormundet werden“, kritisierte CDU-Frak­tions­chef Karl-Josef Laumann heute in Düsseldorf. Zudem setzten SPD und Grüne Brauchtumsveranstaltungen aufs Spiel und stellten Gastwirte vor Existenzängste. „Das ist kalte Bürokratie. Das ist herzlos“, sagte der CDU-Politiker.

FDP-Generalsekretär Marco Buschmann warf Rot-Grün vor, anstatt auf eine Politik für den mündigen Bürger zu setzen, die Menschen im Land zum „Mündel der Politik“ zu machen. Die Lockerungen vom totalen Rauchverbot seien zwar zu begrüßen. „Aber die Änderungen sind weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte er. Weiterhin trage der Gesetzentwurf den Charakter eines „Bevormundungsgesetzes“. Zwar habe es auch in den Reihen der SPD Kritiker an dem Vorhaben gegeben. Schlussendlich hätten sich allerdings die „Rauchverbots-Fundamentalisten“ durchgesetzt.

Anzeige

Im Gesundheitsausschuss des Landtages wurde der Gesetzentwurf mit den Stimmen von SPD und Grünen angenommen. Bereits in der kommenden Woche könnte das Nichtraucherschutzgesetz im Plenum verabschiedet werden. In Kraft treten soll es dann im Mai 2013. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte zunächst den Jahreswechsel angepeilt.

In den vergangenen Monaten hatten SPD und Grüne an einer Einigung für das Rauchverbot gefeilt. An der SPD-Basis gab es Forderungen nach Lockerungen an dem geplanten totalen Rauchverbot. Am Dienstag einigten sich dann beide Seiten auf eine umfassende Regelung. Ausnahmen für Eckkneipen, Raucherclubs und Brauchtums­veranstaltungen soll es demnach nicht mehr geben. Lediglich in geschlossenen Gesellschaften, die klar definiert sind, darf weiterhin geraucht werden. © dapd/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.770 News Politik

Nachrichten zum Thema

15.05.13
Wenige Beschwerden nach Einführung von striktem Rauchverbot
Düsseldorf/Köln/Essen – Zwei Wochen nach der Einführung des strikten Rauchverbots in Nordrhein-Westfalen halten sich die Beschwerden über Verstöße in Grenzen. „Wir sind vorsichtig optimistisch“, sagte...
30.04.13
Nichtraucherschutz in Nordrhein-Westfalen ab Mittwoch drastisch verschärft
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) tritt morgen eines der bundesweit schärfsten Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern in Kraft. Vom 1. Mai an gilt im bevölkerungsreichsten Bundesland ein...
19.03.13
Bloomberg will Zigaretten unter den Ladentisch verbannen
New York – New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg will Zigaretten künftig aus dem Sichtfeld von Käufern verbannen. Bloomberg brachte gestern einen Gesetzentwurf ein, nach dem Zigaretten und andere...
11.03.13
Regierung sieht Schockfotos auf Zigarettenpackungen skeptisch
Berlin – Rauchern in Deutschland bleiben auf Zigarettenschachteln Schockfotos wie Raucherlungen, Mundkrebs oder kaputte Zähne vorerst erspart. In der Bundesregierung wollen Verbraucherministerin Ilse...
25.02.13
Moskau – In Russland wird schrittweise ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden eingeführt. Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete am Montag ein Anti-Tabak-Gesetz, dass Duma und das...
15.02.13
Rauchstopp senkt Frühgeburtenrate
Hasselt – Die schrittweise Einführung von Rauchverboten hat in Belgien jeweils zu einem Rückgang der Frühgeburtenrate geführt, wie eine Studie im Britischen Ärzteblatt BMJ (2013; 346: f441) belegt....
12.02.13
Russlands Duma verabschiedet fast einstimmig Anti-Tabak-Gesetz
Moskau – Das Unterhaus des russischen Parlaments hat am Dienstag fast einstimmig ein Anti-Tabak-Gesetz verabschiedet, mit dem das Rauchen in öffentlichen Gebäuden schrittweise verboten werden soll. In...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

cattac13
am Freitag, 23. November 2012, 15:26

ich schließe mich M.Poland rundum an

Die eigene Freiheit - die in diesem Fall aufgrund der Suchtkomponente ja tatsächlich nicht einmal wirkliche "Freiheit" ist - hört ja bekanntlich da auf, wo die Freiheit - und Gesundheit - anderer Menschen anfängt.
Wiso sollte das für Raucher nicht gelten?
Weil das 'Tradition' hat, weil 'schon immer' geraucht wurde und das doch 'normal' ist??

Mit der gleichen Argumentation wie hier von CDU und FDP vorgebrarcht, könnten sich 'genauso gut' Kriminelle durch das geltende Gesetz in ihrer "Freiheit" und "Mündigkeit", ihren Vorstellunge entsprechend am gesellschaftlichen Miteinander teilzunehmen, eingeschränkt fühlen... - die werden doch vollkommen benachteiligt und diskriminiert, wenn sie ständig für die 'normale' Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit angezeigt und verurteilt werden!
M.Poland
am Freitag, 23. November 2012, 08:16

Frei? Mündig?

Raucher sind Opfer einer schwerwiegenden Suchterkrankung, sie treffen ihre Entscheidung, zu rauchen, nicht frei. Sie sind hinsichtlich der massiven MItgefährdung ihrer Mitbürger, die keinen Teer inhalieren wollen, zu bevormunden, da sie durch ihr Verhalten alles andere als Mündigkeit und Verantwortungsbewusstsein demonstrieren. Vorwärts mit dem Rauchverbot im öffentlichen Raum!

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in