Politik

Pflegenotstand 2030 ist gesamtge­sellschaftliches Problem

Freitag, 23. November 2012

Hamburg – Die wahrscheinliche Zahl von Pflegebedürftigen in Deutschland im Jahr 2030 zu errechnen, genügt nicht, um den daraus entstehenden Pflegebedarf zu errechnen. Entscheidend ist auch, wie viele Pflegebedürftige künftig in ihren Familien versorgt werden. Darauf hat die Techniker Krankenkasse (TK) hingewiesen. Sie reagierte damit auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Danach werden im Jahr 2030 rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein. Die Studie prognostiziert außerdem rund 500.000 unbesetzte Stellen in der Pflege.

„Wichtig ist, dass man rechtzeitig eine ehrliche Diskussion führt, wie wir dafür Sorge tragen, dass auch unter sich wandelnden demografischen Bedingungen ein würdevolles Altern möglich ist“, sagte Holger Park, Leiter des Fachreferates Pflege bei der TK.

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Zur Bestandsaufnahme gehöre, den demografischen Wandel zu berücksichtigen: Dieser bringe mit sich, dass in 18 Jahren der Bedarf an Pflegekräften deutlich höher sei als heute, gleichzeitig aber weniger Menschen zur Verfügung stünden, um diese Aufgaben zu übernehmen.

Außerdem steige die Lebenserwartung. „Deshalb gehen wir nicht nur davon aus, dass es immer mehr pflegebedürftige Menschen gibt, sondern die Pflege auch aufwendiger wird, da pflegeintensive Erkrankungen wie Demenz häufiger auftreten“, so der TK-Experte.

Derzeit werden laut der TK fast 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, das sind mehr als 1,6 Millionen Menschen. Diese Arbeit leisteten häufig nicht-erwerbstätige Frauen der Familie. Der demografische Wandel gehe aber auch damit einher, dass immer mehr Frauen erwerbstätig seien und deshalb als Pflegekräfte ausschieden oder Arbeit und Pflege miteinander vereinbaren müssten.

Berufliche Mobilität schränkt Angehörigenpflege ein
Oft erfordere der Arbeitsmarkt von den Beschäftigten aber Flexibilität und Mobilität, so dass es ihnen nicht möglich sei, sich um die Pflege von Angehörigen zu kümmern. „Wenn wir darüber sprechen, wie die Pflege angesichts unserer veränderten Bevölkerungsstrukturen zu bewältigen ist, müssen wir auch über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen“, so Park.

Deshalb sei der Pflegenotstand nicht nur ein Thema der Kranken- und Pflegekassen. Nötig sei ein gesellschaftlicher Konsens, wie die Pflege gestaltet werden solle. „Dabei müssen wir Wege finden, die sowohl gesellschaftlich akzeptabel sind als auch wirtschaftlich tragfähig“, sagte Park. © hil/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Samstag, 24. November 2012, 11:16

Pflegenotstand 2030 ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.

"Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Taten sehn!" Direktor in goethe, Faust 214/15. Leider wiederholen sich die Erhebungen, Feststellungen und Daten immer häufiger. Es fehlen jedoch die Initiativen. Es ist nicht nur die Politik in der Pflicht, sondern insbesondere auch die Arbeitgeber, in deren Branche der Engpass an hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erwarten. Kostengünstige Lösungen gibt es bereits, sie müssen lediglich noch propagiert und umgesetzt werden.
Hans-Dieter Falkenberg
falkenberg@pghc.de
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