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Vermehrte Krebsfälle: Grüne fordern Klarheit über Rolle der Behörden

Montag, 26. November 2012

Göttingen/Hannover – Nach einer Häufung von Krebsfällen im Umkreis eines Lackier­betriebs fordern die Grünen im niedersächsischen Landtag von der Regierung eine rückhaltlose Aufklärung der Rolle der Aufsichtsbehörden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass den staatlichen Ämtern die Entwicklung in Groß Schneen (Landkreis Göttingen) nicht aufgefallen sei, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Freitag in Hannover. Die Landesregierung müsse jetzt alle Kontrollen und Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Firma offen legen.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen eine örtliche Schilderlackiererei wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Das Unternehmen habe bis 1999 krebserre­gende Stoffe nicht wie vorgeschrieben in geschlossenen Räumen verarbeitet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem NDR 1 Niedersachsen. In den vergangenen 15 Jahren sollen in der Nähe der Lackiererei mehr als 50 Menschen an Krebs erkrankt sein.

Krebsregister soll Sachlage beurteilen
Das Gesundheitsamt Göttingen hat inzwischen das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen um eine Stellungnahme gebeten. Das Institut solle die Sachlage beurteilen und Erwartungswerte berechnen, wie die Behörde mitteilte. Außerdem würden Todesbescheinigungen der vergangenen Jahre aus Groß Schneen beim Gesundheitsamt untersucht.

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Grünen-Fraktionschef Wenzel kritisierte in diesem Zusammenhang die Wirksamkeit des niedersächsischen Krebsregisters. Deshalb müsse ein neues Krebsregister im Dezember im Landtag beschlossen werden, an das künftig alle Krebserkrankungen gemeldet werden. Die Landesregierung solle dabei sicherstellen, dass Krebshäufungen wie in Groß Schneen künftig frühzeitig erkannt und mögliche örtliche Ursachen gezielt abgestellt werden könnten, forderte Wenzel. © dapd/aerzteblatt.de

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