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Aortenklappenersatz: Längere orale Antikoagulation nach Bioprothesen gefordert

Mittwoch, 28. November 2012

Kopenhagen – Die derzeitige zeitliche Beschränkung der oralen Antikoagulation nach Implantation einer Bioprothese der Aortenklappe auf drei Monate birgt offenbar Risiken. Eine Verlängerung könnte nach einer aktuellen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 2097-2107) die Zahl der tödlichen Komplikationen deutlich senken.

Zwar ist nach der Implantation einer Bioprothese – im Unterschied zur künstlichen Herzklappe – keine lebenslange orale Antikoagulation notwendig. Diese kann abgesetzt werden, sobald die Stützstrukturen der Bioprothese von Endothel überwachsen sind. Der genaue Zeitpunkt lässt sich jedoch nicht ermitteln. Die Leitlinie der European Society of Cardiology sieht derzeit eine orale Antikoagulation über 3 Monate vor.

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Dass dies notwendig ist, zeigt die Analyse eines Patientenregisters aus Dänemark, die Charlotte Merie von der Universität Kopenhagen vorgenommen hat. Unter den Patienten, die keine orale Antikoagulation betrieben oder diese vorzeitig absetzten, traten deutlich häufiger thromboembolische Ereignisse auf. In den Tagen 30 bis 89 kam es laut Merie auf hundert Personenjahre zu 4,3 weniger Schlaganfällen, zu 9,1 weniger thrombo­embolischen Ereignissen und zu 27,9 weniger kardiovaskulären Todesfällen, wenn die Patienten eine orale Antikoagulation betrieben hatten.

Die Unterschiede waren auch zwischen den Monaten 3 und 6 noch signifikant. Die orale Antikoagulation senkte in dieser Phase die Zahl der thromboembolischen Ereignisse um 3,2 und die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle um 4,4 pro hundert Personenjahre. Selbst im zweiten Halbjahr war noch ein Vorteil erkennbar, der allerdings gering ausfiel und mit dem insgesamt niedrigen Blutungsrisiko in Beziehung gesetzt werden muss.

Der Editorialist Shamir Mehta vom General Hospital in Hamilton/Kanada schlägt deshalb vor die Grenze bei 6 Monaten zu setzen, wohl wissend, dass Registeranalyse immer mit Einschränkungen verbunden sind. So kann Merie nicht ausschließen, dass einige Patienten aus anderen Gründen bevorzugt oral antikoaguliert wurden. Außerdem hatte sie keine Information über die Qualität der Therapie (INR-Werte). © rme/aerzteblatt.de

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