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Fälschungsverdacht gegen Düsseldorfer Kardiologen und Stammzellforscher

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Berlin – Die Düsseldorfer Universitätsklinik ermittelt wegen des Verdachts auf wissen­schaftliches Fehlverhalten gegen einen inzwischen im Ruhestand befindlichen Kardio­logen. Man habe eine interne Untersuchung eingeleitet und eine externe Experten­kommission beauftragt, teilt die Hochschule mit. Nähere Einzelheiten können zum jetzigen Zeitpunkt auf Grund des laufenden Untersuchungsverfahrens nicht mitgeteilt werden.

Bei dem unter Verdacht stehenden Wissenschaftler handelt es sich nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung um den Herzspezialisten und Stammzellforscher Bodo-Eckehard Strauer, der im Februar 2009 emeritiert wurde. Strauer hatte 2001 weltweit zum ersten Mal einen Herzinfarktpatienten mit Stammzellen aus dessen Knochenmark behandelt.

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Fünf Monate später teilte der Kardiologe der Presse mit, dass seine Behandlung, die er ohne umfangreiche Tierversuche an dem Patienten erprobt hatte, erfolgreich gewesen sei. Bei dem 46-Jährigen habe sich „bereits zehn Wochen nach der Transplantation die Infarktgröße um fast ein Drittel verringert, auch die Herzleistung hat sich deutlich verbessert", sagte Strauer damals.

Die Euphorie sprang über. Fast alle Zeitungen und Sender vermeldeten die neue „Heilungs­chance“ für Herzinfarktpatienten; und Politiker nutzen die Tatsache, dass adulte Stammzellen angeblich zum Erfolg geführt hatten, zu Stellungnahmen gegen Forschung an embryonalen Stammzellen – obwohl es sich bei den zitierten Fällen nur um Kasuistiken und nicht um kontrollierte Studien handelte.

Derzeit nimmt Strauer laut Süddeutscher Zeitung an Studien teil, die den Wert der Therapie zehn Jahre nach den ersten Versuchen klären soll. Seit seiner Emeritierung arbeitet er im Projekt seines Kollegen Gustav Steinhoff an der Universität Rostock. Auch Steinhoff hat schon frühzeitig Versuche mit adulten Stammzellen an Patienten mit Myokardinfarkt unternommen, mit folgendem Unterschied.  

Während der Kardiologe  Strauer die Zellen sechs Tage nach perkutaner transluminaler Angioplastie mit Stentimplantation nichtinvasiv in der Arterie des Infarktgebietes „deponierte“, hat der Kardiochirurg Steinhoff patienteneigene Stammzellen während einer Bypassoperation in den Herzmuskel injiziert. © zyl/aerzteblatt.de

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