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Universität Köln bestätigt unsachgemäßen Umgang mit Körperspenden

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Köln – Die Universität Köln hat heute ihren Abschlussbericht zum Ende 2011 aufge­deckten Skandal um den unsachgemäßen Umgang mit Leichen im anatomischen Institut veröffentlicht. Darin räumte die Hochschule „nicht hinnehmbare Missstände im Umgang mit Körperspenden“ ein und entschuldigte sich bei den Angehörigen.

Der Abschlussbericht bestätigte den Verdacht, dass das Körperspendewesen an der Universität Köln über mehrere Jahre nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde. So seien beispielsweise in einem Raum des anatomischen Instituts 32 Särge mit auspräparierten Leichen aus den Jahren 2004 bis 2010, auf dem Flur vor dem Institutsraum weitere 36 Särge mit Leichen aus den Jahren 2009 und 2010 gefunden worden.

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Insgesamt zehn Särge enthielten darüber hinaus laut Bericht Leichenteile von jeweils mindestens zwei Personen, die sich nicht mehr identifizieren ließen. Darüber hinaus bemängelt das Gutachten auch die Lagerung nicht-fixierter Leichen, die offenbar nicht ausreichend gekühlt worden waren.

Alle Beteiligten ist Fehlverhalten vorzuwerfen
„Nach den Ergebnissen der Untersuchung ist allen Beteiligten Fehlverhalten vorzu­werfen“, räumte Universitätsrektor Axel Freimuth ein. Die Hauptverantwortung für die Missstände trägt laut Gutachten jedoch der frühere Institutsleiter Jürgen K., der sich im vergangenen Februar das Leben genommen hatte.

Er sei als Leiter der für das Körperspendewesen zuständigen Untereinrichtung verpflich­tet gewesen, „deren Betrieb ordnungsgemäß zu führen und die hierfür erforderlichen Voraussetzungen zu gewährleisten". Gleichzeitig verweist der Bericht auf Versäumnisse der Universität Köln, die ihrer Verantwortung, einen hochsensiblen Bereich wie das Zentrum Anatomie in angemessener Weise in Qualitätssicherungsprozesse einzubinden, nicht ausreichend nachgekommen sei.

Laut Universität wurden inzwischen alle Toten bestattet sowie die Aufräumarbeiten in der Anatomie abgeschlossen. Technisch unzureichende Infrastrukturen seien außer Betrieb genommen, die Abläufe im Körperspendewesen komplett neu organisiert worden. Zudem soll der Umzug des anatomischen Zentrums in einen Neubau die Arbeitssituation zukünftig weiter verbessern. © hil/aerzteblatt.de

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