Ausland

Millionen Patienten warten auf medizinischen Durchbruch bei vernachlässigten Krankheiten

Freitag, 14. Dezember 2012

Berlin/New York City – Obwohl Forschung und Entwicklung (F&E) im Bereich der globa­len Gesundheit zwischen 2000 bis 2011 enorme Fortschritte gemacht haben, sind nur wenige neue Medikamente für vernachlässigte Krankheiten entwickelt worden. Das geht aus einer gemeinsamen Analyse von Ärzte ohne Grenzen und der Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) hervor, gestern in New York City (USA) vorgestellt wurde. Demnach eignen sich nur 3,8 Prozent der zwischen 2000 und 2011 neu zugelassenen Medikamente für tropische Krankheiten, Tuberkulose und andere vernachlässigte Infektionskrankheiten. Auf diese Krankheiten entfallen jedoch 10,5 Prozent der globalen Krankheitslast. 

„Die Menschen sterben immer noch an diesen uralten Krankheiten“, sagt Unni Karuna­kara, Internationaler Präsident von Ärzte ohne Grenzen. Die meisten Fortschritte für Patienten seien durch neue Darreichungsformen von Wirkstoffen und eine Umnutzung von bestehenden Medikamenten für die Behandlung von vernachlässigten Krankheiten erzielt worden. Nur vier der 336 im Analysezeitraum neu entwickelten Wirkstoffe seien für die Behandlung von vernachlässigten Krankheiten gedacht.

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Positive Entwicklung durch Produktentwicklungs­partnerschaften
Einige Einzelerfolge schreibt die Studie der zunehmenden Zahl von F&E-Akteuren im vergangenen Jahrzehnt zu. So zeichneten beispielsweise Produktentwicklungs­partnerschaften für mehr als 40 Prozent der zugelassenen Produkte für vernachlässigte Krankheiten verantwortlich. „Doch Produktentwicklungspartnerschaften und ad-hoc F&E-Initiativen sind nicht die Lösung gegen den systematischen Mangel an Inno­vationen“, warnte Bernard Pécoul, Geschäftsführer von DNDi.

Stattdessen müssten Regierungen ein politisches Rahmenwerk schaffen, um medizi­nische Innovationen nachhaltig zu koordinieren, finanzieren und zu stimulieren. Das  heutige System für medizinische F&E werde diesem Anspruch nicht gerecht, monierten die Organisationen. Es werde hauptsächlich von kommerziellen Gewinn­möglichkeiten und nicht von den Gesundheitsbedürfnissen der Menschen getrieben. © hil/aerzteblatt.de

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