Politik

Pflegewissen­schaftler fordern zwölf Jahre Schule vor Pflegeausbildung

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Brüssel/Berlin – Strengere Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung in der Pflege haben vier bundesweit tätigen Einrichtungen und Organisationen der Pflegewissenschaft und -forschung gefordert. In einem Schreiben an alle Abgeordneten des Europaparla­mentes fordern sie eine entsprechende Reform der EU-Richtlinie 2005/ 36/ EG, die unter anderem den zukünftigen Zugang zur Pflegeausbildung in Europa regeln wird. Anlass für den Vorstoß ist die abschließende Beratung der Richtlinie im Binnenmarkt-Ausschuss (IMCO) des EU-Parlamentes am 24. Januar 2013.

Die Richtlinie soll europaweit zwölf Jahre allgemeinbildende Schule oder vergleichbare Abschlüsse als Voraussetzung für eine Pflegeausbildung vorschreiben. Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip), die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP), das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) und die Dekanekonferenz Pflegewissenschaft argumentieren, dass die internationale Studienlage auf Zusammenhänge zwischen Qualifikation des Pflegepersonals und Qualität der Versorgung hinweise. Für falsch und gefährlich halten die Autoren des Briefes das Hauptargument der Reformgegner, die Anhebung der Zugangsvoraussetzungen werde den Fachkräftemangel in der Pflege verstärken.

Anzeige

Zu diesen Gegnern gehört unter anderem der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Auf dem 35. Deutschen Krankenhaustag im November in Düsseldorf betonte er, in Deutschland sollten auch weiterhin Nicht-Abiturienten Krankenpfleger werden können.    hil

http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/pressemitteilungen/Letter_IMCO_MP_121213.pdf

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Thelber
am Dienstag, 8. Januar 2013, 22:21

Am besten wäre ein Studium .... :-(

So ein Quark aber auch !

Selbstverständlich benötigen wir in unserem Gesundheitssystem hochwertige Pflegekräfte. Aber deshalb müssen nicht alle "Gesundheits- und Krankenpfleger(innen)" ein Abitur in der Tasche haben.

Viel wichter als das Zeugnis ist hier Einfühlungsvermögen und eine gewisse Freude, anderen Menschen in schwierigen Phasen des Lebens beistehen zu wollen. Die einen machen das auf einem intellektuell nicht ganz so hohen Niveau in der patientennahen Versorgung, andere müssen schon etwas mehr "auf der Kiste" haben z.B. in der Intensivstation, in der psychiatrischen Pflege, oder ....

Als Basisvoraussetzung ist hierfür ein Realschulabschluss lange hinreichend !! Danach kann man sich dann immer noch weiterbilden - sei es das Abi oder was auch immer nachholen oder sich - aufgrund seiner bereits mitgebrachten besseren Fertigkeiten - schon früh speziell weiterbilden.

Unser heutiges System ist viel zu starr und undurchlässig, das gilt es zu ändern, nciht das Abitur als Zugang zu fordern !
5.000 News Politik

Nachrichten zum Thema

14.09.16
Altenpflege gerät ins Hintertreffen
Köln – Das neue sogenannte Pflegeberufsgesetz jetzt schnell umzusetzen hat das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) gefordert. Das Gesetz sieht vor, die bislang nebeneinander......
18.08.16
Saarbrücken – Im Saarland soll es in absehbarer Zeit eine Ausbildung zum Pflegeassistenten geben. Es soll sich dabei um zweijährige Ausbildung handeln, die über die bisherige einjährige Ausbildung zum......
29.07.16
Stuttgart – Ein Modellprojekt „Assistierte Ausbildung für Berufe der Pflegehilfe und Alltagsbetreuung“ hat das Baden-Württembergische Sozial- und Integrationsministerium vorgestellt. „Damit......
25.07.16
Pflege: Brandenburg droht Fachkräftemangel
Potsdam – Bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen droht Brandenburg in den kommenden Jahren ein erheblicher Fachkräftemangel. Wie das Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion im......
20.06.16
Berlin – Im Streit um die Reform der Pflegeausbildung will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auch künftig eine Spezialisierung ermöglichen. „Wenn wir bei der gemeinsamen Berufsbezeichnung......
09.06.16
Marburger Bund spricht sich für generalistische Pflegeausbildung aus
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat sich offen hinter Forderungen aus der Pflege nach einer Bundespflegekammer gestellt und sich zugleich für eine einheitliche Ausbildung der Pflegeberufe......
31.05.16
Pflegeberufsgesetz: Keine Annäherung zwischen Fürsprechern und Gegnern
Berlin – Befürworter und Gegner des Pflegeberufsgesetzes stehen sich weiter unversöhnlich gegenüber. Das zeigte sich gestern bei einer Anhörung des Gesundheits- und Familienausschusses des Deutschen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige