Politik

Pflegeverbände begrüßen Initiative für 15.000 neue Pflegestellen

Mittwoch, 2. Januar 2013

Berlin – Die Anregung zu einem Sonderprogramm für 15.000 neue Pflegestellen in den Krankenhäusern haben Pflegeverbände begrüßt. Allerdings lehnen sie es ab, dass Ärzte dafür auf Gehaltssteigerungen verzichten sollen. „Nach dem Stellenabbau in der Vergangenheit besteht ein massiver Pflegenotstand“, sagte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR). Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Zahl der Pflegestellen bislang stets die erste Stellschraube war, um Kostensteigerungen in den Krankenhäusern abzufedern. Dies habe zu einer gefährlichen Abwärtsspirale bei der Zahl der Pflegestellen geführt, so Westerfellhaus.

Er betonte aber, es dürfe nicht darum gehen, Berufsgruppen im Gesundheitswesen auseinanderzudividieren. Damit bezog sich der Verbandspräsident auf eine Äußerung des CDU-Gesundheitspolitikers Jens Spahn, wonach die Ärzte „mal zugunsten der Pflegekräfte auf Gehaltssteigerungen verzichten“ sollten.

Spahn: Pflegeprogramm soll 15.000 neue Stellen schaffen

Berlin – Die Union will den Pflegenotstand in den Krankenhäusern durch ein neues Sonderprogramm bekämpfen. Dabei sollen 15.000 neue Stellen für Krankenschwestern und - pfleger entstehen.

Anzeige

Auch der Pflegerat Nordrhein-Westfalen (NRW) begrüßte die Initiative für zusätzliche Pflegestellen. „Aufgrund des verordneten Spardiktats gegenüber den Krankenhäusern wird immer wieder bei der größten Berufsgruppe Pflege gespart“, sagte der Pflegerats-Vorsitzende Ludger Risse. Das führe nicht nur zur Überlastung des Pflegepersonals, sondern berge auch hohe Risiken für die Patienten. Die Deutschen Krankenhäuser seien derzeit „mit abgefahrenen Reifen unterwegs“, so seine Einschätzung.

Angesichts des sich immer weiter verschärfenden Mangels an Pflegefachpersonal in allen Sektoren der Gesundheitsversorgung fordert der Pflegerat NRW jedoch noch weiterführende Maßnahmen. Dazu gehörten verbesserte Verdienstmöglichkeiten, die an Leistungen gekoppelt sein müssten. Außerdem seien Schritte „gegen die Fremdbestimmung der Berufsangehörigen“ wichtig.

„Es scheint als habe die CDU nun erkannt, dass es Handlungsbedarf für die Krankenhäuser gibt“, sagte Peter Bechtel, Vorsitzender des Bundesverbandes Pflegemanagement. „Almosen der Ärzteschaft“ seien zur Finanzierung aber nicht der richtige Weg. Vielmehr brauche die Pflege eine verlässliche Finanzierung. „Es gibt durchaus Zusammenhänge zwischen Kostensteigerungen und Stellenbesetzungen in der Pflege, dieses aber auf Tarifabschlüsse einzelner Berufsgruppen zu fokussieren greift viel zu kurz und bringt eher Unfrieden“, sagte Bechtel. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Politik

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige