Politik

Bahr gegen schärfere Zugangs­voraussetzungen zur Pflegeausbildung

Dienstag, 8. Januar 2013

Brüssel – Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) warnt vor einem Fachkräfte­mangel in Deutschland in Pflegeberufen. Dies könne die Folge sein, wenn die von der EU-Kommission vorgeschlagene Richtlinie zur Berufsanerkennung künftig die Zugangs­voraussetzung zur Krankenpflegeausbildung in allen EU-Staaten von zehn auf zwölf Jahre Schulbildung heraufsetze, erklärte Bahr heute nach einem Treffen mit EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg in Brüssel.

In Deutschland ist der Beginn einer Krankenpflegeausbildung bereits nach zehn Schuljahren möglich, in der Mehrheit der EU-Staaten erst nach zwölf Jahren. Mit der neuen Richtlinie will die EU-Kommission die europaweite Anerkennung von Qualifika­tionen für Berufstätige erleichtern.

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Bahr betonte, die Schulsysteme in Europa seien zu unterschiedlich, um vergleichbar zu sein. Auch sage die Dauer der Schulzeit nicht zwangsläufig etwas über die Qualifikation für einen Pflegeberuf aus. In Deutschland garantiere die duale Berufsausbildung grundsätzlich eine hohe Ausbildungsqualität. Dafür spreche auch, dass Deutschland nach Rumänien innerhalb der EU der zweitgrößte Exporteur von Pflegefachkräften sei.

Bahr plädierte dafür, dem Vorschlag des Gesundheitsausschusses im EU-Parlament zu folgen und sich bei der neuen Richtlinie auf die Formulierung „mindestens zehn Jahre“ Schulbildung zu einigen. Damit könne sowohl das deutsche System erhalten bleiben als auch Systeme in EU-Staaten, die mehr als zehn Jahre allgemeine Schulbildung fordern.

Im November hatte sich der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments gegen zwölf Jahre Schulbildung als Zugangsvoraussetzung für Pflegeberufe gewandt. Die Abstimmung im federführenden Binnenmarktausschuss ist nach Angaben Bahrs für den 23. Januar geplant. Wann der Ministerrat über die geplante Richtlinie berät, stehe noch nicht fest. © kna/aerzteblatt.de

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