Herzpatienten leiden häufiger an Hepatitis E
Donnerstag, 10. Januar 2013
Hannover – Herzpatienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Hepatitis E – das gilt besonders für Patienten mit einem transplantierten Herzen. Das berichten Wissenschaftler um Sven Pischke aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und Christoph Bara aus der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im American Journal of Transplantation (doi 10.1111/j.1600-6143.2012.04200.x)
Hepatitis-E-Erreger ist das Hepatitis E-Virus (HEV). Die Krankheit kommt in gemäßigten Breiten nur vereinzelt vor, 2011 gab es in Deutschland 238 Fälle. Diese Infektionen wurden zumeist in Deutschland erworben, Hauptübertragungsweg ist der Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch.
„Schweinefleisch muss auf mehr als 70 Grad erhitzt werden, also gut durchgebraten sein, damit das Virus nicht überlebt“, so Pischke. Vereinzelt brachten auch Reiserückkehrer diese Krankheit aus den Tropen mit, wo dieses Virus häufig vorkommt. Auch Blutprodukte kommen theoretisch als Überträger in Frage. Gegenwärtig ist ein Test auf Hepatitis E bei Blutprodukten in Deutschland nicht vorgeschrieben.
Hepatitis E macht sich durch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber bemerkbar. Chronische Hepatitis E kann zu Leberzirrhose führen und tödlich verlaufen.
Die Forscher untersuchten 274 Herztransplantierte, 137 weitere, nicht transplantierte, Herzpatienten und 537 Gesunde. „Elf Prozent der Herztransplantierten hatten schon einmal eine Hepatitis-E-Infektion, sieben Prozent der weiteren Herzpatienten und nur zwei Prozent der Gesunden“, fasst Bara die Ergebnisse zusammen. Warum das so ist, untersucht die Arbeitsgruppe derzeit in einer Folgestudie. © hil/aerzteblatt.de
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