Medizin

Studie sieht Fast Food als Asthmarisiko

Montag, 14. Januar 2013

Auckland – Kinder und Jugendliche, die öfter zu Fast Food greifen, sind häufiger an Asth­ma, Heuschnupfen und Neurodermitis erkrankt. Dies zeigen neueste Ergebnisse der ISAAC-Studie in Thorax (2013; doi:10.1136/thoraxjnl-2012-202285), die allerdings keine Aussagen über eine Kausalität zulassen.

Die „Study of Asthma and Allergies in Childhood“ (ISAAC) sieht sich als größte epidemi­ologische Studie zu Erkrankungen im Kindesalter und die erste, die sichere Aussagen zur weltweiten Häufigkeit von atopischen Erkrankungen gemacht hat. Die Forscher, zu der auch Wissenschaftler der Universitäten Münster und Ulm gehören, hatten Anfang der 1990er Jahre mit der Befragung von 720.000 Kindern in 56 Ländern begonnen.

Anzeige

Inzwischen ist die dritte Umfragewelle (Phase Three) mit mehr als einer Million Befra­gungen in 99 Ländern abgeschlossen. Die Ergebnisse bestätigen die früheren Aussa­gen: In der Mehrzahl der Länder gibt es eine Assoziation zwischen Ernährungsfaktoren und atopischen Erkrankungen.

Nach den jetzt von Philippa Ellwood von der Universität Auckland vorgestellten Daten erkranken Kinder und Jugendliche umso eher an Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen, je seltener sie Obst essen und je häufiger sie auf Fast Food zurückgreifen. Dies war sowohl für die 6- bis 7-jährigen Kinder als auch für die 13- bis 14-jährigen Teenager, den beiden Altersgruppen der Studie nachweisbar. Am deutlichsten war die Assoziation für das Asthma bronchiale: Kinder, die drei oder mehr Fertigmahlzeiten pro Woche konsu­mieren, erkrankten zu 27 Prozent häufiger, bei den Jugendlichen war das Risiko sogar um 39 Prozent erhöht.

Wenn diese Assoziationen kausal sein sollten, wären sie für den Gesundheitszustand der Bevölkerung in den einzelnen Ländern von großer Bedeutung, schreiben Ellwood und Mitarbeiter. Doch die Evidenz für diese Behauptung muss in einer Querschnitts­untersuchung schwach bleiben. Ein Blick auf die verschiedenen Grafiken der Studie zeigt zudem, dass die Ergebnisse häufig heterogen sind: Nicht selten wurde in einigen Zentren der untersuchten Länder eine protektive Assoziation, etwa für den Konsum von Obst gefunden, während in anderen Zentren eine gegenteilige Assoziation aufgetreten war.

Da die Angaben zu den Erkrankungen von den Eltern (zu ihren Kindern) oder den Jugendlichen selbst stammen, nicht aber von den Ärzten, sind Zweifel an der Zuver­lässigkeit der Diagnose berechtigt. Dass sich beispielsweise „gesünderes“ Essen in Kindergarten und Schule günstig auf die Atopie-Rate von Schülern und Jugendlichen auswirkt, ist eine Hypothese, die aufgrund der Studie gestellt, anhand der Daten jedoch nicht bewiesen werden kann. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

L.A.
am Dienstag, 15. Januar 2013, 10:02

Sind Pommes frites ungesund ?

Kartoffelscheiben, in (hoffentlich frischem) Pflanzenöl fritiert, mit (nicht zu viel) Salz bestreut- das ist an sich nicht ungesund, oder ?
Wenn, wie meistens, ein Gewürzpulver darüber gestreut wird, fangen die Probleme an.
Und der eigentliche Übeltäter ist dann die Majonäse ! Das muss man den Leuten sagen !
(Ähnlich beim Salat, der durch ein Majonäse-Dressing gar nicht mehr sooo gesund ist...)
Ein großes Problem sind die "softdrinks" Cola, Fanta und Co., mit ihrem Phosphatgehalt, mit ihren extremen Zuckermengen.
Wer schützt die Kinder und Jugendlichen davor ?
5.000 News Medizin

Nachrichten zum Thema

13.01.17
London – Britische Forscher haben einen Harntest entwickelt, mit dem die Ernährungsgewohnheiten eines Menschen gemessen werden können. Die erste klinische Prüfung in Lancet Diabetes &......
12.01.17
Säureblocker in der Schwangerschaft könnten Asthma beim Kind fördern
Edinburgh – Wenn die Mütter während der Schwangerschaft Mittel gegen Sodbrennen eigenommen haben, erkranken die Kinder in den ersten Lebensjahren häufiger an Asthma. Zu dieser Einschätzung kommt eine......
11.01.17
Studie: Schnitzel und Steaks erhöhen Diver­tikulitis-Risiko
Boston – Der häufige Verzehr von unverarbeitetem rotem Fleisch, sprich von Schnitzeln und Steaks, war in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Gut (2017; doi: 10.1136/gutjnl-2016-313082) mit einem......
11.01.17
Ernährungsstudie 2017: Gesund geht vor lecker
Berlin – Erstmals hat der Wunsch nach gesundem Essen den nach schmackhaften Gerichten überholt. „Hauptsache gesund“ ist den Menschen in Deutschland am wichtigsten, wenn es um ihre Ernährung geht. Das......
09.01.17
Studie: Grillfleisch und Barbecue könnten Sterblichkeit nach Brustkrebs erhöhen
Chapel Hill – Frauen, die einen Brustkrebs überlebt haben, sind nach einer bevölkerungsbasierten Studie im Journal of the National Cancer Institute (2017; doi: 10.1093/jnci/djw299) gut beraten, sich......
06.01.17
Studie: Mediterrane Kost verlangsamt Hirnatrophie im Alter
Edinburgh – Bei älteren Menschen, die sich überwiegend mediterran ernähren, kam es in einer Langzeitstudie in Neurology (2017; 88: 1-7) zu einem langsameren altersbedingten Rückgang des Hirnvolumens.......
04.01.17
Umfrage: Deutsche greifen häufiger zu Fertiggerichten
Berlin – Die Menschen in Deutschland greifen einer Umfrage zufolge immer häufiger zu Fertiggerichten. Nach der Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Forsa gaben 41 Prozent der Befragten an,......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige