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Nierentrans­plantation: Wie viel Gewicht ist zu viel?

Dienstag, 15. Januar 2013

St. Louis – Übergewicht verschlechtert die Prognose von nierentransplantierten Patien­ten und könnte sogar eine Kontraindikation für die Transplantation darstellen. Das ist das Ergebnis einer Forschungsgruppe um Betsy Tuttle-Newhall und Krista Lentine an der St. Louis University School of Medicine. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Nephrology (doi 10.1159/000345476).

Jährlich erhalten in Deutschland rund 2.000 bis 2.500 Patienten eine neue Niere und rund 8.000 Menschen warten auf ein Spenderorgan. Der Erfolg der Transplantation hängt von einer Reihe verschiedener Faktoren ab. Bei der Dialyse haben überge­wichtige Patienten eine bessere Prognose, was als das sogenannte Adipositas-Paradoxon gilt.

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Die Forscher arbeiteten aus einer Reihe von Studien heraus, dass Übergewicht die Prognose für einen Transplantaterhalt verschlechtert und die Gefahr von postoperativen Infektionen, kardiovaskulären Erkrankungen und Verzögerung der Transplantatfunktion erhöht.

Die American Society of Transplantation empfiehlt in ihren Richtlinien eine Gewichts­reduktion und körperliche Aktivität, um einen BMI von unter 30 vor der Transplantation zu erreichen. Ob jedoch eine präoperative Gewichtsreduktion den gewünschten Erfolg bringt, ist anhand der verfügbaren Daten nicht gesichert, so die Forscher. Die vorhan­denen Studien unterschieden nämlich nicht zwischen Gewichtsverlust durch Krankheit oder durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten.

Laut den Forschern geht aus der vorhandenen Studienlage auch nicht hervor, welches Gewicht als Obergrenze für eine Transplantation gelten sollte. Bestimmte Patienten könnten auf Grund ihres Gewichts langfristig eher von der Dialyse profitieren. Diese Fragen wollen die Wissenschaftler in künftigen Studien weiter untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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