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Krankenhäuser blicken skeptisch in die Zukunft

Mittwoch, 16. Januar 2013

Berlin – Fast jedes dritte deutsche Krankenhaus hat im Jahr 2011 Verluste gemacht – im Vorjahr war noch etwa jedes fünfte Haus betroffen. Das geht aus dem Krankenhaus Barometer 2012 des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor, der heute veröffent­licht wurde. Der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresüberschuss ist im gleichen Zeitraum von 68 Prozent auf 55 Prozent gesunken. „Insgesamt hat sich die wirtschaft­liche Situation der deutschen Krankenhäuser im Jahr 2011 somit merklich verschärft“, befindet die DKI. Dabei treffe die schwierige wirtschaftliche Lage Krankenhäuser unter­schiedlicher Größe in gleichem Maße.

„Der seit Jahren zu beobachtende Trend einer Angleichung der wirtschaftlichen Ergebnisse hat sich 2011 nochmals deutlich verstärkt“, so das DKI. Auffallend seien insbesondere die wirtschaftlichen Einbrüche in den Krankenhäusern mittlerer Größe (300 bis 599 Betten). Der Anteil der Häuser mit einem Jahresüberschuss sei in diesem Bereich von 75 Prozent auf 58 Prozent gesunken, während der Anteil der Einrichtungen mit einem Jahresfehlbetrag von 13 Prozent auf 30 Prozent gestiegen sei.

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Zum Zeitpunkt der Umfrage im Frühjahr 2012 hatten 27 Prozent der Krankenhäuser ihre Wirtschaftslage als „eher gut“ eingeschätzt und 34 Prozent als „eher unbefriedigend“. „Teils, teils“ hatten 39 Prozent angegeben. „Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage damit merklich verschlechtert“, schreibt die DKI. Im Vorjahr hatten 41 Prozent „eher gut“ und 18 Prozent „eher unbefriedigend“ angegeben.

22 Prozent der Krankenhäuser erwarten im kommenden Jahr eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, 40 Prozent erwarten eine Verschlechterung. „Ähnlich wie im Vorjahr fallen die Zukunftserwartungen der Krankenhäuser daher pessimistisch aus“, so die DKI. Der oben aufgezeigte Trend einer Angleichung der schwierigen wirtschaftlichen Lage von Krankenhäusern aller Bettengrößenklassen werde sich voraussichtlich auch 2013 fortsetzen.

Kritik an der Zahlungsmoral der Kassen
Darüber hinaus kritisierte die DKI die Zahlungsmoral der Krankenkassen: „In mehr als jedem zweiten Krankenhaus kam es im Jahr 2011 in nennenswertem Umfang vor, dass Rechnungen über stationäre Leistungen nicht fristgerecht (gemäß vereinbarter Zahlungsfrist) bezahlt wurden.“ Im Vergleich zum Jahr 2005, als diese Thematik zuletzt vom DKI erhoben wurde, habe sich der entsprechende Wert auf kritischem Niveau stabilisiert. „Zahlungsverzögerungen sind somit gängige und kontinuierliche Praxis der Kostenträger bei der Rechnungsbegleichung für stationäre Leistungen“, heißt es in dem Krankenhaus Barometer.

Zudem seien ein Drittel der Krankenhäuser – Mehrfachnennungen waren möglich – von Zahlungsverweigerungen betroffen. Dem DKI zufolge gab es im Jahr 2011 in elf Prozent der vollstationären Fälle eine Zahlungsverzögerung oder –verweigerung. Pro Krankenhaus seien dadurch bis Ende Januar Außenstände von 1,1 Millionen Euro pro Krankenhaus aufgelaufen. Am Krankenhaus Barometer 2012 haben sich 245 Allgemeinkrankenhäuser ab 50 Betten beteiligt.

Spahn sieht positive Entwicklung
In einem Rundschreiben an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, schreibt der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn, die Gesamtlage der Krankenhäuser habe sich nach Einführung des DRG-Systems in den vergangenen Jahren „durchaus positiv“ entwickelt. So hätten dem Krankenhaus Barometer zufolge im Jahr 2002 noch über 40 Prozent der Krankenhäuser einen Fehlbetrag verbucht. Zudem sei zu berücksichtigen, „dass in allen früheren DKI-Krankenhaus Barometern die Erwartungen stets deutlich schlechter ausfielen als dies rückblickend tatsächlich der Fall war“.

Spahn räumt ein, dass „das heutige System der Krankenhausfinanzierung weiter verbessert werden“ könne. Ziel müsse es dabei sein, „dass die Länder ihren Investitions­verpflichtungen ausreichend nachkommen, dass es nicht zu ungerechtfertigten, nichtmorbidi­tätsbedingten Mengensteigerungen kommt und dass nicht immer nur zusätzliche Finanzmittel zugeführt werden, sondern gleichzeitig auch Struktur­verän­derungen erfolgen“. Dies sei trotz aller Bemühungen auch nach Einführung des DRG-Systems in den letzten Jahren nicht ausreichend gelungen. © fos/aerzteblatt.de

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